NORDSÜDFAHRT · Panamericana

NORDSÜDFAHRT
Panamericana

Uyuni
Salar de Uyuni
Bolivien

10. Juli 2019.

Man hatte uns gewarnt. Fahrt über Potosí nach Uyuni. Die Strecke von Oruro direkt nach Uyuni ist nicht asphaltiert, mit Schlaglöchern übersät und kaum in einem Tag zu schaffen. Falsch, eine der besten Straßen, die wir bisher in Südamerika unter die Räder genommen hatten. Zuerst auf der Numero 1 bis Challapata, gleichzeitig Weggabelung Potosí/Uyuni. Wir nahmen Uyuni. Das Altiplano verwandelte sich immer mehr in eine Strecke durch wüstenartige Landschaft. Die ersten Vikunjas ließen sich sehen und Sandsteinskulpturen, längs der Strecke, die durch Erosionskräfte entstanden sein dürften. Kurzum die Fahrt war abwechslungsreich. Salzflächen kündigten an, dass unser Ziel nicht mehr fern sein würde. Das am Horizont auftauchende Weiß ließ keine andere Möglichkeit zu, wir hatten den größten Salzsee der Erde erreicht – „Salar de Uyuni”.

11. Juli 2019.

Uyuni als Ort ließ zwar nicht zu, dass wir in Verzückung verfielen, das stattfindende Stadt- und Gründungsfest sorgte jedoch für einige Abwechslungen. Ansprachen der Honoratioren, wie immer in Lateinamerika unter Beteiligung des Militärs mit dazugehöriger kleiner Parade, großer Markt mit Kinderkirmes und das Wichtigste, eine Art „Fastelovendszoch”. Weiß mer et?

12. Juli 2019.

Der Ort Uyuni hat außer dem Salzsee noch einem weiteren Touristenmagneten, den Eisenbahnfriedhof im Süden der Stadt. Im 19. Jahrhundert, die Hochzeit der Eisenbahnen weltweit, wurden hier vor Ort Eisenbahnen und Waggons repariert und instand gesetzt. Dieses Transportmittel war zur damaligen Zeit das effektivste, um die geförderten Metalle und Rohstoffe abzutransportieren. Mitte des 20. Jahrhunderts wurden viele Minen geschlossen und so entstand der Eisenbahnfriedhof, der heute als oft gewähltes Fotomotiv in so mancher Publikation auftaucht.

Nachdem wir den Besuch dieses doch etwas skurrilen Ortes abgeschlossen hatten, folgte das, wofür wir nach Uyuni gekommen waren, der 24-stündige Aufenthalt auf dem Salar de Uyuni. Wir setzten nur Büdchen dem Salz aus, unsere alte BMW GS blieb vorsorglich im Hostel in Uyuni. Etwa zwanzig Kilometer entfernt liegt Colchani, das wohl nur existiert, weil von hier zwei Routen auf den Salzsee starten. Unser anvisiertes Ziel war die Insel „Incahuasi”, die siebzig Kilometer entfernt, recht mittig, aus dem unendlich erscheinenden Weiß sich erhebt. Der größte Salzsee der Welt, mit einer Ausdehnung von 12.000 Quadratkilometern, hat Reserven von mindestens zehn Milliarden Tonnen Salz. Bei einer Salzgewinnung von 20.000 Tonnen jährlich, sollte das noch für einige Zeit reichen. Wir fuhren über eine mehrere Meter dicke Salzkruste die verhindert, dass man in der bis zu 125 Meter tief reichenden Sole versinkt. In der Zukunft dürften die Lithium-Vorkommen im Salzsee, bei steigender Nachfrage, – beispielsweise Elektromobilität – für Bolivien nicht unwichtig sein. Nach sieben gefahrenen Kilometern, der erste Stopp. Ein Denkmal mit Fahnenmeer erinnert an die bis 2016 auch in Bolivien durchgeführte „Rallye Dakar”. Siebzig Kilometer weiter standen wir dann mit Büdchen an der aus Lavagestein bestehenden Insel Incahuasi, die mit Jahrhunderte alten Kakteen bewachsen ist. Anlaufstelle für viele Jeep-Touren im bolivianischen Altiplano. Wir werden darüber noch berichten. Der Ansturm der Besucher war vorbei, als sich die Sonne verabschiedete.

Nun stand Büdchen alleine mit uns als einzige Übernachtende auf weiter Flur vor der Insel Incahuasi. Schnell war die Dämmerung überwunden und das Thermometer fiel rapide. Der auf 3.700 Meter Höhe liegende Salzsee zeigte uns, dass zweistellige Minusgrade erreicht werden können, was bei nicht funktionierender Heizung schnell dazu führte, dass wir unter einigen Decken verschwanden.

13. Juli 2019.

Morgens bei Sonnenaufgang öffneten wir Büdchens Schiebetür und waren nicht mehr alleine. Links und rechts parkten schon die „Toyota Landcruiser Armada” mit Touristen aus allen Teilen der Welt. Kaffee, ein paar Kekse und wir machten uns auf den Rückweg nach Uyuni. Viele Besucher des Salar de Uyuni versuchen, besondere Fotos auf dem Salzsee zu kreieren und so reihten wir uns mit einem eigenen Versuch ein. Hut aus Südtirol mit Grizzly-Maskottchen aus Kanada, fotografiert auf dem endlosen Weiß des Salzsees, war unser Beitrag, etwas Besonderes abzulichten. Vom Salzsee runter, auf normalen Straßen, stand eine Grundreinigung von Büdchen an, was bei der vorhandenen Salzschicht auf dem Fahrzeug auch dringend geboten war. Im Hostel wurden für die nächsten Tage Vorbereitungen getroffen. Die Laguna-Route sollte schließlich in Angriff genommen werden.

10. bis 13. Juli 2019 · Uyuni · Bolivien