NORDSÜDFAHRT · Panamericana

NORDSÜDFAHRT
Panamericana

Lago de Atitlán
Guatemala

17. Februar 2019.

Wir machten uns am nächsten Tag zum Lago de Atitlán auf. Local Road RD SAC-09 und danach CA-1, die Carretera Panamericana, zweispurig mal hoch und mal runter im Hochland von Guatemala. Es folgte die Straßengabelung Carretera Panamericana/Carretera y Chichicastenango. Wir stärkten uns an einem der vielen Essstände, die als Familienunternehmen betrieben werden. Diese Gabelung ist Busbahnhof für die von uns so oft als Fotomotiv gewählten „Chicken Buses”. Hier wird umgestiegen, umgeladen oder einfach nur dem menschlichen Treiben zugeschaut.

Warum Chicken Bus? Weil auch Tiere mit diesem Transportmittel befördert werden – hier oft Hühner – erklärt die Namensgebung. Chicken Buses sind Schulbusse aus den Vereinigten Staaten, die nach meistens 150.000 gefahrenen Meilen versteigert werden und so den Weg nach Zentralamerika finden. Dort werden aus ihnen farbenfrohe Kunstwerke. Wir hatten sogar einen rotweißen Bus gesehen, dem noch die eine oder andere Beschriftung fehlte.

Aufgepasst, 1. FC Köln! Ab der dritten Liga eine Alternative zum jetzigen Mannschaftsbus. Wird nicht passieren, in Ordnung.

Wir blieben auf der Panamericana, bis wir nach einigen Kilometern links die Abzweigung auf die RD-Soc-07 nahmen. Erreichten so San Pablo La Laguna und fuhren über San Marcos La Laguna am See entlang zum Campground Pasaj-Cap Lago Atitlán. Um diesen Platz zu finden, mussten wir ab San Marcos einem hiesigen Tuk-Tuk-Fahrer vertrauen, der uns über eine off-road gleiche Seestraße bis an unser Ziel führte. Es öffnete sich ein Tor und wir befanden uns auf einem Seegrundstück mit wunderschöner Aussicht auf Vulkane und den Lago de Atitlán.

Dieses schöne Fleckchen Erde ist Eigentum von Pierre, einem Franzosen, der hier vor Jahrzehnten vor Anker gegangen ist. Die Camperwiese beanspruchte nur einen Teil des Areals. Bungalows von sehr gut bis luxuriös nehmen die meiste Fläche ein. Abgeschlossene Ressorts, überwacht mit neuester Kameratechnik und versehen mit Militärdraht, hinter denen Menschen aus Industrienationen sich zur Happy Hour bei Häppchen und Chablis treffen, wirken seltsam, wenn man kurz vorher durch San Marcos fuhr, wo wirkliche Armut allgegenwärtig ist. Auch an einem Touristen-Hotspot wie dem Atitlán-See. Wir empfanden es oft so und schließen uns als Personen nicht aus.

Ja, die Lage des Platzes war schon genial, bot er durch einen eigenen Bootssteg eine Verbindungsmöglichkeit für die Nutzung der Wassertaxen auf dem See.

18. Februar 2019.

Am nächsten Tag nahmen wir diese Möglichkeit wahr und es ging auf dem See nach Panajachel, dem wohl größten Ort am Gewässer. Zahllose Textil- und sonstige Souvenirshops reihten sich aneinander.

Von uns an dieser Stelle eine Anmerkung: Seit Mexiko sahen wir die Nachfahren der Mayas mit fast gleicher Ware auf Kunden warten oder sie ansprechen. Zu glauben, wie es in den meisten Reiseberichten erzählt wird, es handele sich hier um von Indigenen hergestelltes Kunsthandwerk, ist mehr als naiv. Kunsthandwerk muss es auch nicht sein, wenn es ein Andenken an eine schöne Urlaubsreise sein soll. Würden wir nicht „Geiz ist geil” zu unserem Credo machen, gäbe es mit Sicherheit mehr originales Kunsthandwerk, nur der Preis wäre ein anderer. Wahrscheinlich sind wir nicht bereit, dies zu würdigen und zu bezahlen.

Zurück auf dem Campingplatz standen Sonja und Tobias mit Ihren Kindern oberhalb von unserem Stellplatz. Wir trafen sie vor ein paar Tagen im „Parque Nacional” in Cobán. Wir verabredeten uns für den nächsten Tag zu einer gemeinsamen Bootstour.

19. Februar 2019.

Mittags kam das Boot und wir fuhren bei stürmischem Wetter über den See. Im Vergleich zu den Wassertaxen war diese Tour teuer. Der Vorteil war, wir hatten mehr Platz an Bord. Ein Zwischenstopp in Santiago Atitlán mit Besuch des Marktes sollte der einzige Landgang bleiben. Die Rückfahrt zum Campground bot trotz starkem Wind tolle Blicke auf die Vulkane und schon waren wir wieder am Campground. Den Abend mit unseren Landsleuten genossen wir bei selbst gegrilltem Fisch und ein paar geistigen Getränken.

20. Februar 2019. Panamericana Blog und Vorbereitungen für die Weiterfahrt nahmen den Tag in Anspruch.

17.-20. Februar 2019 · Lago de Atitlán · Guatemala