NORDSÜDFAHRT · Panamericana

NORDSÜDFAHRT

Mineral de Angangueo
Michoacán
Mexiko

20. Dezember 2018. Neues Ziel sollte in der Nähe der Überwinterungsplätze der Monarchfalter sein. Der mexikanischer Besitzer des Campingplatzes in San Miguel de Allende verwarf unsere Reiseroute und riet uns, aus Sicherheitsgründen die zu bezahlenden Strecken zu nehmen.

Hinweis: Autostraßen gelten als sicher, wenn sie zur Nummer den Buchstaben „D” führen, was aber Maut auslöst.

Wir befolgten seinen Rat, ging es doch in den Bundesstaat Michoacán, der in Teilen durch Auseinandersetzungen zwischen Banden und der Staatsmacht Schlagzeilen machte. Über Celaya, Salamanca und nach Moravatio de Ocampo und Aporo ging es nach Mineral de Angangueo, wo wir uns für zwei Nächte im Hotel Jardin angemeldet hatten. Die Gemeinde lebte in früheren Jahren vom Mineral-Bergbau und ist heute durch das Biospärenreservat der Monarchfalter bekannt.

Seit wir San Blas am Pazifik verlassen hatten, befanden wir uns im Hochland Mexikos. Angangueo liegt auf 2.560 Höhenmeter. Dem Vorteil des Hotels, sicherer Parkplatz für Büdchen und BMW, standen feuchte Zimmer, keine Heizung und kein Frühstück gegenüber.

Zum Ort. Aus Respekt und zum anderen aber auch aus Vorsicht vor Repressalien habe ich die Armut nicht fotografisch festgehalten.

Einmalig. Jedes Jahr ab Ende Oktober treffen zum Überwintern Monarchfalter aus dem Norden der Vereinigten Staaten und Kanada zu Millionen hier in der Sierra Nevada in Mexiko ein. Einer der imposantesten Plätze für diese Schauspiel ist „Mariposa Monarca”, etwa zehn Kilometer von Angangueo entfernt.

21. Dezember 2018. Am Morgen nahmen wir ein Taxi zum Bioshärenreservat Mariposa Monarca. Am Eingang befand sich vermummtes Militär zu unserer Sicherheit, wie man sagte. Wir bezahlten den Obolus und bekamen eine ältere indigene Frau als Scout für den Weg zugewiesen. Rita, die über Grundkenntnisse der spanischen Sprache verfügt, hatte schnell das Alter der Führerin hinterfragt. Achtundsiebzig Jahre sei sie alt und ging sicheren Schrittes voran.

Wir sind auf 3.000 Höhenmetern und die drei Kilometer zu den Monarchfaltern bringen uns auf etwa 3.400 Meter. Zuerst sieht man sie nicht, denn die Millionen Schmetterlinge bilden eine solche Einheit, dass man erst beim zweiten Hinsehen erkennt, wie viele es sind. Wir beobachteten sie eine Stunde lang, bis die steigenden Temperaturen allmählich Bewegung in die Falter brachten. Unglaublich, dass diese zarten Wesen bis zu 4.000 Kilometer zurücklegen konnten.

Festhalten sollte man, dass die Baumgrenze erst über 3.500 Metern langsam anfängt. Hat etwas mit den höheren Temperaturen im Schnitt und im Ganzen zu tun. Das Fehlen von Wildbestand ist leider auf das Nichtvorhandensein von Tierschutzbestimmungen zurückzuführen. Den Speiseplan zu erweitern und früher um den Hunger zu stillen, wurde von jedermann fleißig gejagt. Wildbestand daher Fehlanzeige.

Zurück im Hotel machten wir uns auf die zweite kalte Nacht gefasst. Tagestemperaturen lagen bei 20° C, nachts wurde der Gefrierpunkt geknackt.

20.-21. Dezember 2018 · Mineral de Angangueo · Michoacán · Mexiko