NORDSÜDFAHRT · Panamericana

NORDSÜDFAHRT
Panamericana

Chile Chico
Chile

21. August 2019.

Starkregen und Wind war bei Aufbruch die Wetterlage. Wir packten informierten anschießend die Bootsagentur in Puerto Río Tranquilo, dass wir aus zeitlichen Gründen nicht auf Wetterbesserung warten könnten, da unser nächstes Ziel Chile Chico heute noch erreicht werden sollte. Bis zum Abzweig Puerto El Maitén befuhren wir die Ruta 7, die wir danach verließen, um auf der Ruta 265 am See entlang nach Chile Chico zu gelangen. Die Ruta 265 verwöhnte bei jetzt besserem Wetter mit grandiosen Blicken auf den See. So verzögerten Fotostopps im Minutentakt die Ankunft. Etwas außerhalb und in Sichtweite der chilenisch/argentinischen Grenze war das Hotel Posada del Río unsere Bleibe bis Samstag. Wie so oft in letzter Zeit waren wir die einzigen Gäste. Winter halt in Patagonien.

22. August 2019.

Mit einem Rundgang im Städtchen und dem Einholen von Informationen, was an Naturschönheiten rund um Chile Chico darauf wartete, erkundet zu werden, verbrachten wir den ersten Tag. Eindeutige Aussage der Touristeninformation: „Der Besuch des Lago Jeinimeni im Naturpark.”

23. August 2019.

Das Wetter meinte es gut und der Besuch des Parks belohnte uns mit Werbekalender ähnlichen Bildern von Patagonien. Die Anfahrt zum Nationalpark führte uns über fünfzig Kilometer durch Weideland. Meistens sind es Schaf- und Rinderherden, die von Gauchos begleitet werden. Vogelarten, die wir nicht kannten, Adler und Flamingos, Kondore am Himmel, Guanakos und Vikunjas ließen unsere Augenpaare hin und her wandern.

Auf den siebzig Kilometern bis zum eigentlichen Eingang des Nationalparks begegneten uns zwei Pickups und drei Gauchos zu Pferd. Zwei Ranger, anscheinend erstaunt, zu dieser Jahreszeit Besucher vor sich zu sehen, zeigten uns den kurzen Weg zum Lago Jeinimeni. Allein auf weiter Flur genossen wir die Ruhe am See. Ausgeschildert war ein Aussichtspunkt oberhalb des Sees, dreißig Minuten bergauf. Oben angekommen bot sich uns eine tolle Aussicht auf See und Bergwelt. Ganz vergessen war mein Leistenbruch, der sich erst bei Abstieg meldete. Am Büdchen stellten wir fest, dass unser Fernglas den Weg vom Aussichtspunkt zurück nicht mitgemacht hatte. Rita schaute mich an, ich schaute Rita an und es war klar, wer den Aussichtspunkt das zweite Mal sehen würde. Nach einer halben Stunde ging ich Rita entgegen, hatten wir doch beim Aufstieg große Katzenspuren im Schnee gesehen.

Bemerkung: Ein Puma ist auch eine Katze.

Weitere zehn Minuten später kam mir Rita winkend mit dem Fernglas entgegen. Vierzig Minuten zeigte die Uhr, alle Achtung!

Zurück im Büdchen. Eine Strecke hin und zurück zu fahren, bestätigt die Aussage, eigentlich zwei Strecken befahren zu haben. Perspektiven ändern sich, aber die Natur bleibt gewaltig.

21. bis 23. August 2019 · Chile Chico · Chile