NORDSÜDFAHRT · Panamericana

NORDSÜDFAHRT
Panamericana

Punta Arenas
Chile

11. September 2019.

Auf chilenischer Seite fuhren wir auf der Ruta 9 N nach Punta Arenas, Hauptstadt der Región de Magallanes y de la Antártica Chilena. Die Landschaft ab Puerto Natales, im Gegensatz zum besuchten Nationalpark „Torres del Paine“, könnte unterschiedlicher nicht sein. Flache Steppe, soweit das Auge reicht. Mit Windböen, die mich als Mopedfahrer zu immer neuen akrobatischen Einlagen zwangen. Das Pensum der Fahrt betrug 370 Kilometer und wir waren abends froh, Punta Arenas erreicht zu haben.

12. September 2019.

Hostal Ainil, eine Unterkunft mit wenig Potenzial zum Wohlfühlen, veranlasste uns zu dieser Aussage. Gerne hätten wir mehr in unserem Büdchen geschlafen. Die ambitionierte Zeitvorgabe von 14 bis 15 Monaten für die Panamericana Tour machte einen Strich dadurch.

Meint: Viele Orte auf der Reise wurden an den kälteren Monaten besucht. Bereits erwähnt, dass die Dieselheizung ganz am Anfang ihren Geist aufgegeben hatte und – ehrlich gesagt – mir als Mopedfahrer stand nach vollbrachtem Tagewerk der Sinn nach einer heißen Dusche.

Punta Arenas, an der Magellanstraße und gegenüber von Feuerland gelegen, wurde im Dezember 1848 gegründet. Bevor der Panamakanal eröffnet wurde, lag Punta Arenas an einer der wichtigsten Schiffsrouten weltweit. Viele Siedler aus der alten Welt konnten mit der rauen und versteppten Landschaft nichts anfangen. Erst die Etablierung der Schafzucht durch die Engländer machte eine Besiedlung attraktiv. Die am südlichsten Zipfel Südamerikas am Beagle Kanal und in den Küstenwäldern lebenden Indianerstämme wie beispielsweise die Selk’nam, Alacalufes und Yahgan wurden ausgerottet. Sie waren nicht so zahlreich wie die nördlicher lebenden Mapuche, die sich der Kolonialisierung entgegengestellt hatten.

Was blieb. Die Feuerplätze an der Küstenlinie waren verantwortlich für die spätere Namensgebung dieses speziellen Teils von Patagonien: Feuerland – Terra del Fuego. Auf dem Platz Armas steht heute ein Denkmal von Ferdinand Magellan, das ihn mit zwei geschlagenen Indigenen zeigt. Punta Arenas zog als Handelsplatz alle möglichen Menschen aus den unterschiedlichsten Nationen an. Außer den Briten wurden häufig Schweizer, Kroaten und Deutsche genannt. Wir fanden sogar eine Deutsche Schule mit dem dazugehörigen Verbotsschild auf dem Rasen. Eigentlich wollten wir zwei Tage bleiben, hatten wir den Besuch der Isla Magdalena fest eingeplant. Diese Insel beherbergt eine große Kolonie von Magellan-Pinguinen. Unser Pech, Saisoneröffnung ist erst Anfang Oktober, daher fuhren wir zum Fährhafen und besorgten die Tickets für die Überfahrt nach Feuerland.

11. bis 12. September 2019 · Punta Arenas · Chile