NORDSÜDFAHRT · Panamericana

NORDSÜDFAHRT
Panamericana

Puerto San Julián
Patagonien
Argentinien

21. September 2019.

Patagonien wird durch zwei Flüsse im Norden begrenzt. In Chile ist es der Río Bío Bío und in Argentinien der Rio Colorado. Nimmt man Feuerland dazu, so würde Deutschland dreimal in Patagonien Platz finden. Richtig besiedelt wurde dieser Teil, den wir durchfuhren, erst im Laufe des 19. Jahrhunderts von Europäern. Es wurden keine großen Bodenschätze vermutet und die Kargheit sowie das raue Klima waren bestimmt mit ein Grund. Daraus resultiert, dass an der Atlantikküste die Städte keine bemerkenswerten Kolonialbauten haben.

Auf der Ruta 3 Richtung Norden, durch die Weiten der argentinischen Pampa, machten wir erst wieder Halt, als Puerto San Julián erreicht wurde. Puerto San Julián, an einer geschützten Bucht gelegen, wurde im März 1520 von Ferdinand Magellan zum Standort zur Überwinterung gewählt, bevor er nach Wiederaufbruch die nach ihm benannte Magellan-Passage in Feuerland fand. Bei Erstkontakt, mit den hier lebenden Einheimischen, wunderte man sich über die Körpergröße dieser Menschen. Patagonier nannte man sie daraufhin, was soviel heißt wie Großfüße. Zwei Nächte verbrachten wir im Hostel El Ancla.

22. September 2019.

Dieser Tag sollte der Erkundung rund um Puerto San Julián gehören. Wir fuhren auf der Ruta 3 nördlich und bogen nach etwa zwanzig Kilometern in Höhe der Laguna La Mina ab, hin zum Atlantik. Eine Steilküste erwartete uns. Gelesen hatten wir, dass es eine Seelöwen-Kolonie geben würde und Kormorane. Die Sonne war durch die Wolkendecke zu sehen und einem Inspizieren der Steilküste stand nichts mehr im Wege.

Der Zufall wollte es, dass wir ein Paar trafen in unserem Alter, wo der Mann gerade dabei war, sich an der Steilküste abzuseilen. Unser Interesse bescherte uns eine der schönsten Tierbeobachtungen der Reise. Das nette Paar führte uns vorsichtig an den Klippenrand und wir sahen die seltenen Bunt-Kormorane, auch Buntscharbe genannt, beim Anlegen von Brutplätzen. Kormorane haben mehrere Unterarten, die sich nicht unbedingt als farbenfroh präsentieren. Doch der Buntkormoran, mit gelbrotem Schnabel und roten Füssen, verschlug uns fast die Sprache. So schön empfanden wir den Anblick. Sie erinnerten uns sofort an die auf Galapagos gesehenen Blaufußtölpel. Das nette Paar erzählte, dass sie seit Jahren diese Tiere beobachten und alles dokumentieren würden, das mit ihnen im Zusammenhang steht. Lange beobachteten wir diese Vögel und vergaßen ganz, dass unterhalb der Nistplätze eine Kolonie Seelöwen auch etwas Aufmerksamkeit verdient gehabt hätte. Nach der Verabschiedung fuhren wir mit schönen Bildern im Kopf nach Puerto San Julián zurück.

21. bis 22. September 2019 · Puerto San Julián · Argentinien