NORDSÜDFAHRT · Panamericana

NORDSÜDFAHRT
Panamericana

Licancabur
Bolivien

15. Juli 2019.

Um unserer alten BMW das Starten zu erleichtern, wurde sie von mir morgens vor dem Frühstück in die Sonne gestellt. Anmerkung! Für alle, die Gleiches vorhaben, trotz Winterzeit bitte Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor verwenden. Die Intensität der Sonne in diesen Höhen ist unglaublich. Als Tagespensum hatten wir uns die Laguna Blanca und Laguna Verde vorgenommen. Temperaturen im unteren einstelligen Bereich hatten mich veranlasst, die in Calgary gekaufte Heizjacke anzuziehen. Streckenzustand wie gestern im zweiten Teil Offroad gleich.

Nach Start in Villa Mar folgte durch ein Tal ein weiterer Aufstieg und brachte uns höher im Altiplano. Bald sahen wir die erste Lagune – Laguna Capina – und ein weiteres Zusammentreffen mit den bereits am Salar de Uyuni gesehenen Tourenjeeps, deren Fahrer einem per Blick verständlich machten, dass das Befahren der Laguna Route ausschließlich ihnen vorbehalten sein sollte. Sei's drum. Was jetzt folgte, hatten wir nicht bedacht. Wir bogen von der Hauptroute auf den „Camino a Laguna Colorada“ ab, mit dem Ergebnis, dass die Route aus mehreren gedachten Offroad-Strecken bestand. Rita und ich bekamen uns ziemlich in die Wolle, wusste keiner mehr so genau, wo es lang gehen sollte. Dazu kam, dass meine Kräfte nach längerem Offroad-Fahren nachließen. Die wohl einmalige „Laguna Colorada“ haben wir erst so richtig im Nachhinein bewundern können auf den noch schnell gemachten Fotos.

Offroad ging es weiter, wobei laut unserem kaum benutzten GPS-Gerät wir den wahrscheinlich höchsten Punkt in unserem Leben erreichten. Knapp unter der Marke von 5.000 Höhenmetern. Anschließend waren wir glücklich, die Hauptroute wiedergefunden zu haben. Es ging in die Dämmerung hinein und noch war unser Ziel nicht in Sicht. Nach 190 Kilometern und acht Stunden auf der Piste, die letzten fünfundvierzig Minuten in der Dunkelheit, erreichten wir durchgefroren und kaputt das Refugio Licancabur nordöstlich des Vulkans Licancabur auf der bolivianischen Seite. Das Durchgefroren sein gilt für den Mopedfahrer, Büdchen verfügt ja während der Fahrt über eine Heizung. Wenigstens ein Dach über dem Kopf, so dachten wir beim Betreten des Refugios Licancabur. Keine Heizung oder Kamin aber Decken. Nachts sanken die Temperaturen auf -18° Celsius.

16. Juli 2019.

Gestern in der Dunkelheit hatten wir nicht gesehen, dass sich die Lagunen, welche wir besuchen wollten, in unmittelbarer Nähe unseres Nachtquartiers befanden. Das wollten wir heute ändern. „Laguna Blanka” war in Sichtweite und als wir den letzten bolivianischen Militärposten hinter uns gelassen hatten, erreichten wir die „Laguna Verde”, die uns noch mehr beeindruckte auch weil sich der inaktive Vulkan Licancabur mit seinen 5.920 Höhenmetern dahinter imposant in den blauen Himmel reckte. Als sollten wir für die gestrigen Mühen entschädigt werden, gab es einen Tierkontakt der besonderen Art.

Ein Andenfuchs, so vermuteten wir, legte vor Hunger jedwede Scheu ab und kam Büdchen und damit uns sehr nahe. Vor einiger Zeit kauften wir Futter für herumstreunende Hunde und konnten dadurch dem Andenfuchs am heutigen Morgen ein Frühstück servieren. Nachdem unser neuer Freund gesättigt war, hatten wir ein paar tolle Bilder von ihm gemacht.

15. bis 16. Juli 2019 · Licancabur · Bolivien