NORDSÜDFAHRT · Panamericana

NORDSÜDFAHRT
Panamericana

Iztaccíhuatl Popocatépetl
Region Puebla
Mexiko

2. Januar 2019.

Gefrühstückt. Ich fuhr aus Mexiko-Stadt heraus, suchte eine PEMEX-Tankstelle und wir befreiten Büdchen von der BMW. Nationalpark Iztaccíhuatl-Popocatépetl war unser Ziel. Nicht weit.

Vom Torre Latinoamericana aus

hatten wir die über 5.000 Meter hohen Vulkane schon gesehen. Jetzt fuhren wir durch Fichten- und Pinienwälder bergauf zum Paso de Cortés, dem höchsten Punkt der Strecke zwischen den beiden Riesen – 3700 Höhenmeter. Wir hielten an einem der vielen Tortillabüdchen, um uns zu stärken. Rita verteilte an die Kinder ein paar kleine Spielsachen, die wir auf den Märkten in Mexiko-Stadt gekauft hatten. Jugendliche, die sich dazu gesellten, fragten offen: „Reist ihr alleine? ”. Vertrauen schaffte das nicht.

Am Scheitelpunkt des Passes angekommen erwartete uns eine tolle Aussicht auf die beiden Vulkane. Wir fragten einen Polizisten der voll besetzten Polizeistation: „Gibt es bergabwärts Campingplätze? ”. Dies wurde uns bestätigt.

Was wir nicht wussten.

Abwärts in Richtung Puebla wurde die Strecke zur Offroad. Büdchen hat ja Allrad, aber ich fuhr meistens stehend die alte GS talwärts. In einem Seitental auf 3.300 Höhenmetern erreichten wir einen Freizeitpark für Mexikaner mit Cabins, Restaurant, Spielgeräten und dergleichen. Da es langsam dunkel wurde und wir hofften, eine warme Cabin zu bekommen, warteten wir geduldig eine Stunde, bis uns eine Hütte zugewiesen wurde. Die Hütte ohne Strom und Heizung, das Wasser entgegen der Aussage kalt. Wir gingen ins Lokal, um zu essen, was gut war, aber ebenso wie die Hütte seinen Preis hatte – wir meinen, viel zu teuer für hier. Als wir in die Hütte zurückkehrten, war für etwa eine Stunde Brennholz da. Die Nacht wurde kalt und so waren wir morgens durchgefroren. Um überhaupt eine Unterkunft zu bekommen, hatten wir dummerweise direkt für zwei Nächte gebucht und vorab bezahlt.

3. Januar 2019.

Tagsüber fuhren wir auf die Hochebene, um den momentan freien Blick auf die Vulkane zu genießen.

Zurück. Hütte war nicht gemacht, Wasser kalt, kein Holz. Im Lokal reklamierten wir und blieben trotzdem zum Essen, da um 19.00 Uhr geschlossen werden sollte. Wie wir nun feststellten, waren wir die einzigen Gäste im Park. Zu dieser Jahreszeit wird der Park offensichtlich wegen Nachtfrost nur als Tagesausflugsziel genutzt. Das Ergebnis war kein Licht in der Hütte und keine Patrouille über Nacht. Wasser war wieder kalt und dann der Hammer. Die Hütte ließ sich auf einmal von innen nicht mehr öffnen. Rita bekam mit einem Taschenmesser und viel Geduld nach einiger Zeit die Türe auf. Wir fuhren mit Büdchen ins Tal, parkten neben dem bereits geschlossenen Lokal und froren die ganze Nacht. Begleitet wurde die Nacht von lauten Auseinandersetzungen rund um den Park. Zum Glück hat jede Nacht ein Ende.

Fazit. Wir beschlossen, unsere Übernachtungen auf der Panamericana Reise intensiver zu planen – zur eigenen Sicherheit.

4. Januar 2019.

Freitagmorgen und wir fuhren den Rest der Bergstrecke abwärts nach Puebla, der Stadt, in der ab 1967 die ersten VW Käfer vom Band liefen. Bis heute ist der Standort mit 17.000 Mitarbeitern für Volkswagen und Mexiko gleichsam bedeutend. Aus dem Tal, auf dem Weg nach Puebla, hatten wir nochmals einen guten Blick auf den vor sich hin dampfenden Vulkan Popocatépetl. Über die Straße 150 und im Anschluss über die 135D ging es bis nach Oaxaca de Juárez beziehungsweise genauer bis Santa María Del Tule auf den Overlander Oasis Campground von Leanne und Calvin. Dazu nachher mehr.

2.-4. Januar 2019 · Region Puebla · Mexiko