NORDSÜDFAHRT · Panamericana

NORDSÜDFAHRT
Panamericana

Otavalo
Imbabura
Ecuador

22. April 2019.

Mittlerweile ein Ritual, das Verladen der BMW auf Büdchen. Braucht immer seine Zeit, muss vernünftig verzurrt werden. Haben wir sicher schon mal erwähnt, ändert aber nichts an der Richtigkeit. Der Grenzübergang nach Ecuador war, wie von Tom beschrieben, einer der Leichtesten und Schnellsten der gesamten Reise.

Abschließend ein paar Worte zu Kolumbien. Der Name Kolumbien ist von Christoph Columbus abgeleitet. Es ist das viertgrößte Land Südamerikas und durch seine Lage sehr vielfältig. Pazifikküste im Westen, nordöstlich die Karibikküste, in der Mitte die drei Gebirgszüge der Anden und im Südosten ein Teil Amazoniens. Diese Vielfalt macht Kolumbien zu einem Land, das für Reisende alles bietet. Wir hoffen, dass die Kolumbianer sich immer ihrer Naturschönheiten bewusst sein mögen, für sich und die Welt. In Cartagena spürten wir das Flair der Karibik. Auf unserer Weiterreise durch die Anden brachten uns Orte und Städte die Kolonialzeit wieder ins Bewusstsein. Besonders faszinierte uns ein Wirtschaftszweig Kolumbiens, der Kaffeeanbau.

Flach ging es nach Grenzübertritt auf der Carretera E10 weiter, bis diese nach El Dorada de Cascales in die Carretera E45 überging. Startschuss für die Rückkehr in die Anden. Mitten durch zwei Nationalparks führte der Weg in Serpentinen durch das Gebirge. Rechts der Park Cayambe Coca und links Sumaco-Galeas Nationalpark. Die E45 ging hinter San Francisco de Borja in die E20 über, die wir weiter westwärts fuhren mit grober Richtung Quito. Wir wollten am heutigen Tag Kilometer machen und hatten die BMW noch immer Huckepack. Kurz vor Quito merkte auch Büdchen die Höhe, in der wir uns bewegten. Die Temperaturanzeige stand auf 130° Celsius – roter Bereich – bedeutete sofort anhalten. Taten wir auch. Es war ja auch nicht grundlos. 250 Kilogramm auf dem Träger von Büdchen und die Passüberquerung bei 4.200 Höhenmetern waren Grund genug. Nach Abkühlung sahen wir nach der Passüberquerung in der Dämmerung im Tal das Lichtermeer von Quito und, wie wir glaubten, ein paar Vulkanspitzen dahinter. Tagesziel war ja nicht Quito, sondern Otavalo nördlich von Quito, etwa anderthalb Fahrstunden entfernt.

Ein Campground war von uns bereits ausgesucht. Es löste Erstaunen aus, dass wir ihn geschlossen vorfanden. Alternativ übernachteten wir im Hotel Indio Inn.

23. April 2019.

Otavalo im Norden Ecuadors ist ein indigenes Städtchen, welches sich auf der dort verlaufenden Äquatorlinie „La Mitad del Mundo” befindet. Otavalo und die vielen indigenen Dörfer ringsum sind berühmt durch die Weber, die unter anderem bunte und gemusterte Ponchos und Decken herstellen. Der Samstagmarkt ist heutzutage einer der bedeutendsten Textilmärkte in ganz Südamerika und ihre Betreiber, die Otavaleños, haben es geschafft, ihre Webkunst weltweit zu vermarkten. Wir waren an einem Montag angereist und den Dienstag hatten wir zur Besichtigung vorgesehen. Also kein Samstagmarkt.

Was machten wir? Wir liefen die Straßen der nicht allzu großen Stadt ab. Durch Zufall stießen wir auf den täglich stattfindenden Lebensmittelmarkt und hatten so Gelegenheit, die Indigenen in ihrem „normalen” Leben zu sehen. Trachten werden auch hier getragen und unser Spaziergang über den Plaza de Ponchos entschädigte uns für den verpassten Samstagmarkt.

22.-23. April 2019 · Otavalo · Imbabura · Ecuador