NORDSÜDFAHRT · Panamericana

NORDSÜDFAHRT
Panamericana

Paita
Peru

30. Mai 2019.

Normalerweise hätte ich meine BMW direkt nach der Grenze vom Träger genommen und das Motorradfahren genossen. Dieses Mal nicht. Die letzten Tage hatten uns mehr Kraft gekostet, als wir zunächst dachten. Die BMW blieb auf dem Träger, seit längerem kam die Kamera nicht zum Einsatz und eine eigenartige Müdigkeit und Insichgekehrtheit überkam uns.

Wir mussten aber fahren, wollten wir doch am Abend an Perus Pazifikküste sein. Die Landschaft nach Grenzübergang veränderte sich. Sie wurde offener und mit der Zeit fuhr man in eine Ebene hinein, die langsam in eine Steppe überging und am Ende Wüstencharakter hatte. Was sich noch veränderte, war der Grad der Armut und die Vermüllung links und rechts der Straße. Wir hatten im Vorfeld von anderen Reisenden gehört, dass Peru und Bolivien in Sachen Armut am Ende der weltweiten Statistik stehen würden und dies bekamen wir nun bestätigt. Leider.

Die Carretera PE-1N, auch Teil des Panamericana-Straßensystems, führte uns nach Piura, Tor zu Nordperus Wüstenstreifen entlang des Pazifiks. Piura pulsierte uns zurzeit zu stark und so landeten wir unweit der kleinen Hafenstadt Paita in einem Ferienressort. Hier wollten wir uns erholen und ausspannen. Gelang nur bedingt, da die Anlage überwiegend von peruanischen Familienverbänden genutzt wurde, die bei lauter Rap-Musik den Tag scheinbar den Tag genossen. Manchmal fühlten wir uns wie aus der Zeit gefallen. Besonders ich. Drei Nächte machten wir hier Quartier.

30. Mai - 1. Juni 2019 · Paita · Peru