NORDSÜDFAHRT · Panamericana

NORDSÜDFAHRT

La Paz
Baja California Sur
Mexiko

2. Dezember 2018. Ja, jetzt wissen Sie es schon, es ging erneut auf die andere Seite der Baja, die auch die Schönere ist - Golf von Kalifornien. La Paz mit seinen etwa 220.000 Einwohnern ist die größte Stadt der Baja del Sur. Tor zum mondänen Süden mit Orten wie San José del Cabo und Cabo San Lucas. Da viel zu erledigen war, bevor wir die Baja verlassen sollten, waren wir froh, im städtischen Bereich einen Campground gefunden zuhaben, den Aqua Marina RV Park.

La Paz liegt geschützt in einer Bucht und verfügt über einen Fährhafen als Verbindung zum Festland - Mainland México, hat einen internationalen Flughafen und eines der besten Forschungsinstitute für Meeresbiologie in Lateinamerika. Auch das Pro-Kopf-Einkommen gehört mit zu den Höchsten in ganz Mexiko.

Auf der Uferpromenade, die sich fast von einem Ende der Stadt bis zum anderen Ende erstreckt, erinnert eine Skulptur von Jacques-Yves Cousteau an die Verdienste des Meeresbiologen. Er nannte die Sea of Cortez, also den Golf von Kalifornien, „The World's Aquarium”. Weite Teile der Inselwelt sind seit 2005 UNESCO-Weltkulturerbe.

Meine Generation wusste durch die TV-Serie „Flipper” in den sechziger Jahren, dass es auch Tiere unter Wasser gibt, bevor beim weiteren Heranwachsen Jacques-Yves Cousteau uns mit seinen Filmen die wunderbare Unterwasserwelt ins Wohnzimmer brachte. Was machen wir?

3. Dezember 2018. Beim Büdchen stand die kleine Inspektion mit Ölwechsel an.

VW-Werkstatt

VOLKSWAGEN TRANSMAR

Kompetente und gute Werkstatt, besteht seit 1975.

  • Col. Manglito,
  • 23060 La Paz,
  • Baja California Sur, México

Danach Zahnarztsuche: Rita hatte sich vor ein paar Tagen beim Biss auf einen Olivenkern ein Stück Schneidezahn abgebrochen. Guten Zahnarzt gefunden. Termin für den nächsten Tag Nachmittags.

4. Dezember 2018. Stadtbummel stand auf dem Programm, inklusive Promenade. Nachmittags erfolgreiche Zahnbehandlung und Rita konnte wieder lachen.

5. Dezember 2018. Morgens fuhren wir zum Cortez Club, um eine Walhai-Tour zu buchen. Termin am 6. Dezember 2018 morgens um 8.00 Uhr vor Ort – Dauer ca. acht Stunden. Nachmittags ging es ins Capuchino, einem Café im Zentrum von La Paz, wo sich anscheinend alle Panamericana-Tourer treffen. Tolles Café, netter Inhaber - Jaime Campos. Als wir dort ankamen, saß bereits das nette Pärchen Nadja und Chris dort, die am Strand von Bahía de los Ángeles mit John, Alex und uns zusammen waren. Sie erzählten, das für sie morgen Tauchen auf dem Programm stehe und wir, ganz stolz, schnorcheln mit Walhaien.

Capucino

CAPUCHINO CAFÉ

Treffpunkt der Panamericana-Tourer

  • Mutualismo 314,
  • Zona Central,
  • 23000 La Paz,
  • Baja California Sur, México

6. Dezember 2018. Wir waren pünktlich im Cortez Club. 8.00 zeigte die Uhr. Wir bekamen unsere Neoprenanzüge verpasst und mit einer sehr netten mexikanischen Familie und zwei jungen US-Tauchern ging es aufs Boot. Nach etwa anderthalb Stunden zügiger Bootsfahrt der erste Stopp. Schnorcheln mit jungen Seelöwen. Rita, und ich bewundere sie dafür, war noch nie geschnorchelt. Schwimmen ist auch nicht unbedingt ihre Schokoladenseite - sportlich gesehen - trotzdem ging sie mit uns ins Meer. Ich möchte nicht behaupten, das ich Fußballspielen kann, aber schwimmen oder was ich im Wasser ähnliches versuche, ist noch viel weiter von Können entfernt. Es wurde toll. Seelöwen-Junge schwammen neben, unter und mit uns.

Zweiter Stopp, nach wiederum fast einer Bootsstunde an einem kleinen Korallenriff. Schnorcheln im Aquarium. Doch Regen setzte ein. Unglaublich, regnet es doch hier nur an zwanzig Tagen im Jahr und sehr selten im Dezember. Hatte keine Rettungsweste mehr an und so, bei nicht mehr ganz ruhiger See, und etwa hundert Metern bis zum Boot machte ich eine Salzwasserkur der ungewollten Art. Es wurde sehr kühl im Boot. Der Fahrtwind tat seins dazu und alle saßen schlotternd in ihren Neoprenanzügen. Es ging zum Cortez Club zurück und als sollten wir für das Mistwetter entschädigt werden, waren plötzlich zwei Grauwale in Sichtweite. Eigentlich für Dezember noch zu früh, genossen wir den Anblick dieser imposanten Meerestiere.

Cortez Club. Alle verließen das Boot, nur Rita und ich, der Bootsführer und die Tauchlehrerin blieben übrig. Nochmals aufs Meer, denn wir hatten ja Schnorcheln mit Walhaien gebucht. Es regnete in Strömen und von uns beiden aus hätte es nicht mehr sein müssen. Nach weiteren dreißig Minuten Bootsfahrt Walhaie in Sichtweite. Wellengang war uns zuviel, aber wir gingen ins Wasser. Für Rita war es das und ich machte auch keine bessere Figur. Nur das Lächeln der jungen mexikanischen Tauchlehrerin mit kreolischen Wurzeln ließ mich noch zweimal das Boot verlassen.

Ja, ich habe einen Walhai gesehen. Nein, falsch, ich bin einfach hinter der Tauchlehrerin her, jetzt wieder mit Rettungsweste, und dann sagte sie: „Jetzt schnorcheln!”. Ich war so nah an dem Walhai, dass ich nur Grau mit weißen Punkten sah und das war es. Zurück an Land, lag ein maritimes Abenteuer für zwei ausgesprochene Landratten hinter uns, das wir in Erinnerung behalten werden. Abends trafen wir noch Nadja und Chris, unsere Innsbrucker, und hatten viel zu erzählen.

7. Dezember 2018. Einkaufen, Aufräumen und ein Spaziergang durch La Paz beendeten fast den Aufenthalt.

8. Dezember 2018. Um 17.00 Uhr mussten wir am Fährableger sein. Das bedeutete für uns, die alte GS BMW auf den Träger und verzurren. Fuhren noch zum Café Capuchino und wie bereits beschrieben, trifft man hier oft auf Panamericana-Reisende. Dort saß Jonas, der nette Belgier, in der Sonne und verdunstet den letzten Tequilla-Abend. 17.00 Uhr waren wir an der Fähre und legten um 20.00 Uhr ab Richtung Mainland México, Zielhafen Mazatlán in Sinaloa.

Zusammenfassung der ersten Eindrücke seit Grenzüberschreitung nach Mexiko, eigentlich auf die Baja California, denn genau so wie Mallorca nicht Spanien widerspiegelt, so ist die Baja wahrscheinlich nicht mit ganz Mexiko gleichzusetzen. Die Baja, die wir außer dem mondänen Süden komplett bereisten, erstreckt sich von Nord nach Süd und dient vielen Nordamerikanern als Überwinterungsquartier. Die Pazifikküste im Westen und der Golf von Kalifornien im Osten machen diesen Ort unschlagbar für alle Aktivitäten am Meer, im Meer und auf dem Meer. Gebirge in der Mitte und einsame Kakteenlandschaften in Tälern und auf Hochebenen bieten für Ruhesuchende genügend Möglichkeiten des Rückzuges. Was nicht unterschlagen werden soll, ist die große Spanne zwischen denjenigen, die Haben und vielen, die sich mehr als bescheiden müssen. Entlang der México Uno, der Hauptverkehrsader der Baja, erstaunte uns bei jedem Halt, was man alles wegschmeißen kann.

Seit den Trockenzonen im Südwesten der USA hielten wir Ausschau nach Klapperschlangen, jedoch Fehlanzeige. Das Einzige, was sich hier gehäutet hat, sind Autoreifen in allen Größen.

Zum Abschluß, wie könnte es anders sein, auch hier wieder ein kölscher Moment. Eine sehr seltene Kakteenart, klein und in der Sonne „fussig”, also rötlich strahlende Rundkakteen, deren Namen wir nicht ermitteln konnten, bekam von uns die nicht ganz wissenschaftlich korrekte Bezeichnung „Et fussich Julche”.

2.-8. Dezember 2018 · La Paz · Baja California Sur · Mexiko