NORDSÜDFAHRT · Panamericana

NORDSÜDFAHRT
Panamericana

Tofino
Vancouver Island
British Columbia
Kanada

5. September 2018. Wir wollten zum Whale Watching nach Tofino und fuhren über Port Alberni vorbei am Kennedy Lake Richtung Regenwald, der sich an der Westküste Vancouver Islands entlang zieht. Am Abzweig nach Ucluelet beginnt der Pacific Rim National Park, der sich fast bis Tofino erstreckt. Wunderschöne breite Sandstrände sind dem Wald vorgelagert.

Tofino am Ende der Straße ist zu vergleichen mit Renesse in Holland. Surfer, Surferläden, Boutiquen, kleine Restaurants und dergleichen, touristisch. Uns beeindruckte besonders die Natur vor Ort. Von hier aus erstreckt sich – nur per Boot zu erkunden – ein Band von Schären, Fjorden und Buchten bis in den Norden, was 300 bis 400 Kilometer ausmacht und durch das Nichtvorhandensein von Straßen als unberührt zu bezeichnen ist.

Wir buchten noch ein Whale Watching für den nächsten Tag und begannen dann die Suche nach einem Campground. Alles besetzt. Fanden dann doch noch einen Campground, der in der Kategorie bei fünf zu vergebenen Sternen noch nicht mal einen Halben verdient hätte. Achtung, Reisende: The Long Beach Golf Course and Camp Ground. Zurück auf unseren Campground nach Nanaimo wäre bei zweihundert Kilometern one way zu aufwendig gewesen.

6. September 2018. Die Körperpflege erledigten wir am Strand, der zum Nationalpark gehört und um 8.00 AM seine Pforten öffnete, inklusive Toiletten und Waschmöglichkeiten. Tip Top.

Pünktlich zum Whale Watching waren wir in Tofino. Wetter 2+ Sonne. Aufs Boot und es ging hinaus in die Schärenlandschaft von Vancouver Island. Toll, den Nebel über den Wäldern der Küstenberge zu sehen, diesmal von der Seeseite aus. Seerobben und danach Seeotter, auf dem Rücken liegend, begleiteten das Boot hinaus auf etwas offenere See. Plötzlich war er da, ein Grauwal, man sah nur den Rücken, aber immerhin. Grauwale gehören zu den Bartenwalen, die anstelle von Zähnen sogenannte Barten haben – man stelle sich einen Kamm mit vielen Borsten vor – mit denen sie Krill, Plankton und Kleinorganismen aus dem Wasser filtern. Deswegen bevorzugen sie auch flache Meeresgründe, wie hier vor Tofino mit etwa zehn bis zwanzig Metern Meerestiefe. Es waren tolle zweieinhalb Stunden auf dem Boot und auf dem Weg zurück zum Hafen sahen wir nochmals einen Grauwal, der beim Abtauchen seine Schwanzflosse, die Fluke, zeigte.

Zurück an Land ging es wieder nach Nanaimo, gleicher Weg wie tags zuvor. Was wir noch dokumentieren wollten, sind große Flächen, die durch Holzwirtschaft an den Berghängen abgeholzt wurden und werden. Gleichzeitig sahen wir Bäume, die fast achthundert Jahre allem standgehalten haben, ungeachtet dessen, was sich während dieser langen Zeit alles so abgespielt haben mag.

7. September 2018. Fuhren nach Nanaimo, Canadian Tire, kauften einen neuen Campingkocher und erledigten weitere Einkäufe.

Christo versus Büdchen
Unser Büdchen und die Verpackungskünstler

Es wird Zeit für eine Geschichte. Rita, und da hatte sie recht, überzeugte mich. Bei Regen und aufgestelltem Dach beim Büdchen wird der Stoff nass und sollte man weiterfahren müssen oder es regnet weiterhin, wäre keine Zeit für die Trocknung. Was dann kam, war Comedy. Wir kauften vor ein paar Tagen bei unserem Ausstatterfavoriten Canadian Tire eine blaue Plane mit dem Maß 12,80 m x 9,60 m. Abends drohte es zu regnen und wir schritten zur Tat. Wer ist Christo? Wir schafften es, unser Büdchen dreimal zu verstecken, der Berliner Reichstag wäre für uns kein Problem gewesen. Nachdem wir zwei Drittel der Plane entsorgt hatten, blieb – ja, rechnen können wir eigentlich – ein Drittel übrig, was völlig ausreichend war.

5.-7. September 2018 · Tofino · British Columbia · Kanada