NORDSÜDFAHRT · Panamericana

NORDSÜDFAHRT
Panamericana

Granada
Nicaragua

23. Februar 2019.

Grenzübergang El Salvador / Honduras. Wir waren wieder auf der Carretera Panamericana. BMW GS blieb Huckepack auf Büdchens Rücken und so ging es zur Grenze. Grenzhelfer, sogar mit Ausweis und eigenem T-Shirt, warteten schon auf Kundschaft. Wir entschieden uns für einen Helfer, hatten aber während der Formalitäten drei durch Familienbande zusammengehörende Helfer um uns herum. Das Verteilen von Fußbällen an Kinder und Jugendliche machten wir seit Betreten von Mexiko. Durch die Scheiben von Büdchen hatte einer der Helfer die Bälle gesehen und so schwatze er mir einen Fußball für seinen kleinen Sohn ab. Die Frage nach dem Namen des Filius brachte ihn in Schwierigkeiten. „Die Menschen sind halt so”. Keine große Weisheit, aber hilft manchmal, wenn man sprachlos ist. Wir bezahlten auch hier für Versicherungen, Kopien und diverse Gebühren, bis es endlich nach zwei Stunden weiterging. Auf der CA-1 nach San Lorenzo und ab Choluteca über die CA-3 bis zum Grenzübergang Guasaule. Honduras/Nicaragua. Gleiches Prozedere wie an den anderen Grenzen Zentralamerikas. Plötzlich stand ein kleiner Junge da und bot für einen US-Dollar an, während unserer Grenzformalitäten auf Büdchen aufzupassen. Früh übt sich…

Über vier Stunden

hatten wir heute an Grenzübergängen verbracht und noch einiges zu fahren. Ich war ehrlich froh, Büdchen zu pilotieren und genoss den Vorteil einer Klimaanlage. Es war erst das dritte Mal auf unserer Reise, dass das Lenkrad vom Büdchen für längere Strecken in meiner Hand lag, ansonsten machte das Rita souverän.

Streckenverlauf Nicaragua ab Grenze:

NIC-12, NIC-26, NIC-22 und auf der NIC-28 bis Managua, der am Managuasee gelegenen Hauptstadt Nicaraguas. Wir durchfuhren Managua und erreichten über die NIC-4 im Dunkeln unseren Zielort Granada am Nicaraguasee. Hatten im Vorfeld über booking.com am Parque Central gegenüber der Catedral de Granada im Hotel Plaza Colón ein Zimmer gebucht. Hotel perfekt für die nächsten Tage, die wir in der von der spanischen Kolonialzeit geprägten Stadt verbringen wollten.

Noch ein paar Informationen.

Ab Guatemala bis runter nach Panama City läuft die Panamericana und deren Verbindungsstraßen an der Pazifikseite von Zentralamerika entlang. El Salvador und Honduras, Länder, die wir schnell durchquerten, waren außerhalb der Städte von einfachem bäuerlichem Leben geprägt. Das tropisch feuchtwarme Klima bis zur Marke von 40° Celsius lässt alles üppig wachsen. Beeindruckend sind manche Baumriesen rechts und links der Strecke, die wie aufgespannte Regenschirme aussehen und eine immense Ausbreitung haben. Problematisch ist auch hier die Vermüllung der Straßenränder. Ein Glück, hörten wir, dass jetzt in Zentral- und Südamerika eine Vereinbarung zwischen den Staaten getroffen worden war, Plastikverpackungen zu verbieten oder wenigstens stark einzuschränken. Wir können uns kein detailliertes Urteil über El Salvador und Honduras erlauben, doch Korruption, Gewalt und Kriminalität – hier besonders die Jugendbanden der „Mara” – lassen keine positive Entwicklung zu. Außerdem hängen beide Länder am Tropf der USA, ein Phänomen, das in Lateinamerika oft zu beobachten ist.

Hinter der Grenze

in Nicaragua geht es durch sehr, sehr einfache bäuerliche Gegenden, wo Feldarbeit zum Teil noch mit Ochsen erledigt wird. Politisch hat der Putsch der Sandinisten gegen das Regime und letztlich gegen die Familie Somoza im Jahr 1974 eine gewisse Unabhängigkeit gebracht, jedoch bleiben Armut, Misswirtschaft und internationale Abhängigkeiten.

Zu Granada am Nicaraguasee.

Etwa 80.000 Einwohner, gegründet 1524 vom spanischen Eroberer Francisco Hernández de Córdoba, war in der Vergangenheit ein wichtiger Warenumschlagplatz. Unser schönes Hotel Plaza Colón spiegelt mit anderen Kolonialbauten und Kirchen, die einige Plünderungen überstanden haben, dies wider.

24. Februar 2019.

Heute wollten wir zu Fuß die Stadt erkunden und stürzten uns direkt auf den Markt, das volle Leben zu spüren. Es kommt hier ungeschminkt rüber. Alles wird angeboten, was man braucht oder eher nicht. Fleisch als Lebendware, Fisch, Obst, Gemüse und so manches Gericht brutzelte vor sich hin, dessen Zusammensetzung uns verborgen blieb. Unglaublicher Gestank, nicht zuletzt durch Verkehr und Müll, bei hohen Temperaturen ließen uns nach einiger Zeit den Markt verlassen. Einfachste Unterkünfte begleiteten uns bis an den Nicaraguasee, der an einem Sonntag wie heute von den Einheimischen zur Abkühlung genutzt wurde.

Am 25. Februar 2019

stand eine Kutschfahrt an, die uns zwei Stunden durch den touristischen Teil Granadas führte. Höhepunkte waren die Kirchen aus der Kolonialzeit und der Eisenbahnwagon der Familie Somoza am Technischen Museum, welche die Einzigen waren, die mit der Eisenbahn fahren durften oder konnten, da es nur für sie einen Personenwagen im Land gab. Abends in einer Kneipe, ähnlich einer Brauerei, gut gegessen und getrunken und die Abreise stand schon an.

23.-25. Februar 2019 · Granada · Nicaragua