Panamericana 2018

NORDSÜDFAHRT

Indian Head
Saskatchewan
Kanada

6. Juli 2018. Zwar wird es schon ab der Landesgrenze zu Manitoba flach, aber mit der Bezeichnung „Portage la Prairie” und der größten Coladose der Welt, so sagt man, ist jedem klar: Prärie ist heiß und macht durstig. An diesem Tag werden wir immerhin bei Temperaturen um die 35° Celsius 434 Kilometer zurücklegen, um am Abend an einem skurrilen Campground zu landen. Dazu später mehr.

Die Prärie ist nicht langweilig ,wenn man wie wir vom Highway kleine Ausflüge rechts und links des Highways macht. Landschaften, die dann durch kleine Weiher und Wäldchen eine große Ruhe und Abgeschiedenheit ausstrahlen zwischen den großen Flächen an gelbem Raps und Getreide.

Nun zum Campground vor dem Ort „Indian Head” unmittelbar am Highway 1. Gegen Spätnachmittag fahren wir auf den sehr versteckten Campground. Erst beim zweiten Häuschen entdecken wir einen, wie uns scheint, alten kranken und sehr kleinen, abgemagerten Mann, sitzend in einem fast völlig verrosteten alten Pickup, umgeben von ebenso völlig verrosteten alten Autos, meistens der Marke „Dodge”. Die Abendsonne läßt ein wahrscheinlich einmaliges Bild entstehen. Der eben noch von uns so alt und krank identifizierte, kettenrauchende Besitzer des Autofriedhofs steht auf einmal quicklebendig vor uns. Rauchend und mit stahlgrauen, wachen Augen mustert er uns. Zwanzig Dollar wäre der Preis und zeigt uns Platz und Waschraum. Zugegeben, es war zwanzig Dollar wert, aber nicht mehr.

American Dream. Ich fragte ihn, ob es möglich sei, seine vielen alten, mittlerweile in die Erde eingewachsenen Autos zu fotografieren und bekam ein „Ja”. Dazu die Auskunft, das er 1976 in München im Hofbräuhaus war und er vor etwa zwanzig Jahren den Betrieb seiner Autowerkstatt eingestellt habe und seit der Zeit alles so belassen hat, wie es damals war. Glauben Sie mir, ein „Gesamtkunstwerk”. Ich hoffe, die Bilder geben dies etwas wieder.

6. Juli 2018 · Indian Head · Provinz Saskatchewan