NORDSÜDFAHRT · Panamericana

NORDSÜDFAHRT
Panamericana

Torres del Paine
Chile

7. September 2019.

Unser Etappenziel „Torres del Paine Nacional Park“ machte einen Grenzwechsel nach Chile nötig. Die Ruta 40, welche meistens asphaltiert war, wurde jetzt zeitweise zum Erdweg. Die Fahrt durch die Steppe, wenn es auch kalt und windig war, faszinierte noch immer. Gegen die Kälte halfen mir als Mopedfahrer die Teepausen im Büdchen, sowie Lenkerstulpen, Heizjacke und das in Coyhaique erworbene Schaffell als Sitzunterlage. Die Anden auf der rechten Seite begleiteten uns genauso wie unsere Lieblingstiere in Patagonien, die Guanakos. Nandus, Magellangänse, Karakaras und Flamingos, die wir soweit südlich nicht mehr vermutet hätten, machten die Fahrt kurzweilig. Der Grenzwechsel sollte am Paso Rio Don Guillermo erfolgen. Wir verpassten die Abfahrt von der Ruta 40 zur Grenze und landeten weiter südlich in Rio Turbo, einem kleinen, hässlichen Industrieort an der argentinisch/chilenischen Grenze. Grenzübertritte waren jetzt schnell und unkompliziert, da unsere Daten bereits im System vorhanden – Watt eh Jlöck.

Nördlich von Puerto Natales fuhren wir Richtung Nacional Park. Straßenbelag Schotter. Gleichwohl zum Abend die Temperaturen sanken, nahmen wir die beeindruckende Landschaft auf den neunzig Kilometern hin zum Park wahr. Konkashken Lodge, unweit des Eingangs zum „Torres del Paine Nacional Parks“ wurde erreicht. Eine auf Holzstehlen gebaute Holzhütte, ganz nett gemacht, aber völlig überteuert war unser Quartier nach 396 gefahrenen Kilometern.

8. September 2019.

Der gestrige Ritt von ca. 400 Kilometern veranlaßte uns, vor dem Tor des Nationalparks neue Kraft zu schöpfen. Hieß, wir blieben im Bereich unserer Unterkunft. Vor dem Parkeingang gibt es diverse Übernachtungsmöglichkeiten, vom Campground, noch geschlossen, bis zur 5 Sterne Luxusherberge. Und dann, wir trauten unseren Augen nicht, stand vor uns ein LKW mit der Aufschrift Freitag & Petersen, Papiergroßhandlung, Köln Dortmund Trier, Hauptsitz Köln.

Aber was machen die hier?

Blöde Frage.

  • Köln ist halt überall
  • und weltweit vertreten.

9. September 2019.

Auf in den Park, Wetter 2plus. Im Prinzip gibt es eine Strecke mit zwei Abzweigungen, gut in einem Tag ohne Hetze zu befahren. Das Wetter machte den Tag fast zu kitschig. Bergwelt mit „Cerro Paine Grande“ – 3050 Meter – und „Torres del Paine“, dazu Seen wie der Lago Grey mit Gletscher und Tierwelt hautnah, ließen unaufhörlich unsere Blicke schweifen. Wir konnten zu Guanakos Tuchfühlung aufnehmen. Wahrscheinlich sagt ihnen ihr Instinkt, dass sie im Nationalpark sicher sind. Es entstanden für unsere Verhältnisse perfekte Fotos.

10. September 2019.

Noch voll von Eindrücken des vorangegangenen Tages zog es uns ein weiteres Mal in den Park. Kurzwanderung zum Mirador Condor. Die Aussicht über den Lago Nordernskjöld auf den höchsten Berg des Nationalparks - den Paine Grande - war die Stunde Aufstieg wert. Nach Rückkehr zur Hüttenunterkunft einigten wir uns schnell, wir sind auf einem Roadtrip und die vielen Landschaften die wir gesehen haben, verdienen ein Erwandertwerden und viel längere Aufenthalte.

7. bis 10. September 2019 · Torres del Paine · Chile