NORDSÜDFAHRT · Panamericana

NORDSÜDFAHRT
Panamericana

San Cristóbal de Las Casas
Chiapas
Mexiko

20. Januar 2019. Die Strecke vom Campground Don Taco zum 530 Kilometer entfernten San Cristóbal de Las Casas könnte man in einem Tag fahren, muss man aber nicht. Wir entschlossen uns für einen Zwischenstopp. Parallel zur Küste verläuft die Straße 200, die aufgrund der seitlich üppigen Vegetation kaum einen Blick auf das Meer zulässt. Vor Salina Cruz bogen wir auf die 185D, die im weiteren Streckenverlauf in die Straße 190 überging.

Achtung. Starker Wind, gerade für Motorradfahrer eine Herausforderung. Wenn wir nichts übersehen haben, war dies auch die Begründung, dass wir den einzigen Windenergiepark Mexikos durchfuhren.

Ab San Pedro Tapanatepec befuhren wir eine kurvige Bergstrecke. Motel Casa Blanca Hacienda wurde nach 420 Kilometern unser Nachtlager. Wir waren die einzigen Gäste.

21. Januar 2019. Über Tuxtla Gutiérrez, Hauptstadt der Provinz Chiapas, fuhren wir bis San Cristóbal de Las Casas. San Cristóbal wird auch Indigene Hauptstadt Mexikos genannt, gegründet im 16. Jahrhundert, die Einwohnerzahl beträgt heute etwa 160.000. Die Stadt liegt auf 2.100 Höhenmetern, aber durch die Berge ringsum trotzdem im Tal. Noch heute kommen täglich die Indigenen aus den umliegenden Bergdörfern und bieten auf Märkten ihre Waren an. Bis in unsere Zeit gehören sie überwiegend zur sozialen Unterschicht, ohne Bildung und geregeltes Einkommen.

Schön sah es aus, wenn Familien, meistens Frauen mit ihren Kindern, in traditioneller Kleidung auf den Straßen Kunsthandwerk anboten. Die andere Seite ist, dass so einmal angelernt, ein Schulbesuch für viele unwahrscheinlicher wird. Auch wir hatten gekauft, obwohl wir zu Hause vehement gegen Kinderarbeit eintreten würden. Hier relativiert sich so manches. Zapatisten hatten sich 1994 organisiert und die Stadt besetzt, um auf die Situation und Rechte der indigenen Bevölkerung aufmerksam zu machen. Drei Tage hielten sie die Stadt besetzt, bevor das mexikanische Militär sie in ihre Bergdörfer zurückdrängte.

Wir waren uns schnell einig. San Cristóbal de Las Casas ist die schönste Kleinstadt, die wir bisher in Mexiko gesehen hatten. Über booking.com sicherten wir uns ein Schnäppchen. Hotel Diego de Mazariegos mit einem gutshofartigen Ambiente, direkt im historischen Kern. Wir genossen die Zeit in dieser Stadt, welche auch durch die Vielzahl an internationalen Besuchern eine besondere Atmosphäre ausstrahlt. Alles ist durch die Lage im Talkessel komprimiert und daher schnell zu erreichen. So verging die Zeit recht schnell und wir waren überzeugt, dass wir uns noch einiges mehr hätten ansehen können. Der Besuch des Ortes Chamula, den wir mit einem Colectivo (Sammeltaxi) erreichten, möchten wir herausheben. Die Kirche San Juan Chamula steht für die Vermischung christlicher und indigener Rituale zu einem eigenen Spiritualismus, den man beim Eintreten fast körperlich spürt. Absolutes Fotografierverbot. Tipp: Es gibt Fotos im Netz.

20.-26. Januar 2019 · San Cristóbal de Las Casas · Mexiko