NORDSÜDFAHRT · Panamericana

NORDSÜDFAHRT
Panamericana

Cotopaxi
Nationalpark
Ecuador

9. Mai 2019.

Wir nahmen Abschied von Gerd, der unserer Meinung jetzt im Alter wieder nach St. Pauli gehört. Nächstes Ziel war nicht allzu weit. Aus dem Zentrum von Quito auf die Panamericana E35, die wir beim Ort Machachi bereits verließen. Froh darüber, dass der Regen, der eingesetzt hatte, nach einiger Zeit aufhörte. Der Weg zum Cotopaxi Nationalpark führte über eine aufwärts gehende Pflastersteinstrecke. Kurz vor Erreichen unseres Stellplatzes, hinter einer Kurve, sahen wir ihn – den Cotopaxi.

Alexander von Humboldt war der erste Europäer, der 1802 versuchte, den Cotopaxi zu besteigen – erreichte jedoch nicht den Gipfel. Erst 1872 gelang das einem deutschen Geologen namens Wilhelm Reiß. Der Cotopaxi ist mit 5897 Metern der zweithöchste Vulkan Ecuadors und einer der höchsten aktiven Vulkane weltweit. Er sieht durch seine gleichmäßige konische Form und seiner Puderzucker ähnelnden Eiskappe wunderschön aus. Mich inspirierte dieser Vulkan zu unzähligen Fotos, weiß man ja nie, wann Wolken ihn wieder verhüllen.

Tambopaxi Lodge auf 3.750 Höhenmetern war erreicht – unser Stellplatz. Die Tambopaxi Lodge bietet gemütliche Zimmer und Cabins. Wir jedoch, die in Quito und auf Galapagos in Zimmern übernachtet hatten, wollten im Büdchen schlafen. Vor der Lodge waren wir die Einzigen, die den Campground nutzten. Bedeutete freien Blick über die Hochebene bis zum Cotopaxi.

Den 10. Mai 2019

verbrachten wir im Bereich der Lodge. Die Nacht war ziemlich kalt und Rita noch immer erkältet. Texte für den Panamericana Blog wollten geschrieben werden und so nutzten wir die gemütlichen Räume der Lodge.

11. Mai 2019.

Mich hielt es nicht mehr am Platz, wenngleich sich die Höhenunterschiede der letzten zehn Tage auch bei mir bemerkbar machten. Galapagos auf Meereshöhe, Quito auf 2.800 Metern und Tambopaxi auf 3.750 Metern. Durch das fortwährende Betrachten des Berges hatte ich ein Haus unterhalb der Schneegrenze entdeckt. Die José Ribas Hütte auf 4.800 Metern. Der Tag war ein Sonnentag und der Vulkan stand in voller Pracht über der Hochebene. Bis zur Hütte sollte man es in fünf bis sechs Stunden schaffen können. Bestätigt durch das Personal der Lodge packte ich den Rucksack und ging dem Berg entgegen. Ergebnis, nach zwei Stunden erreichte ich erst die Straße, die in Serpentinen zur José Ribas Hütte führte. Drei Serpentinen ging ich meinem Ziel entgegen. Auf etwa 4.000 Höhenmetern hielt ich an. Relativ untrainiert, alleine, Akklimatisierung – Na ja – ließ mich den Rückweg antreten. Nach anderthalb Stunden wieder an der Lodge war ich doch zufrieden. Die tollen Ausblicke waren Belohnung genug, obwohl sich der Wunsch bei mir verfestigte, in meinem Leben nochmal besser vorbereitet hierhin zurückzukehren. Wer weiß.

Rita und ich verbrachten den Rest des Tages bei tollem Wetter auf dem Campground. Die Nacht war wieder empfindlich kalt.

12. Mai 2019.

Bezahlt werden musste noch und so standen wir an der Rezeption der Lodge. Da fiel mein Blick auf etwas Handgeschriebenes in einem Holzrahmen an der Wand. Die Unterschrift kam mir bekannt vor. Über fünfundzwanzig Jahre mag es her sein, dass ich mit meinen Kindern Caroline und Thilo im Berchtesgadener Land in Ferien war und zu einem Vortrag von Reinhold Messner ging, der im Anschluss bereitwillig Autogramme schrieb. Auch für uns, mit einer Widmung an meine Kinder. Nachfragen bestätigte meine Vermutung. Reinhold Messner bedankte sich mit ein paar Zeilen für den gelungenen Aufenthalt.

9.-12. Mai 2019 · Cotopaxi Nationalpark · Ecuador