NORDSÜDFAHRT · Panamericana

NORDSÜDFAHRT
Panamericana

San Agustín
Huila
Kolumbien

18. April 2019.

Am Gründonnerstag lag die nicht zu unterschätzende Strecke nach San Agustín an. Wir brachen zeitig auf, nicht ohne uns von Kika und Anouar und den Kindern zu verabschieden. Nur zehn Kilometer von der Panamericana entfernt ist dieser wunderschöne Ort nicht nur für Overlander attraktiv, um die ländliche Seite von Kolumbien im Departamento Cauca zu erleben.

An Popayán vorbei ging es auf die Ruta 20, welche uns schnell hoch in die Anden der „Cordillera Central” brachte. Diese Strecke hatte bereits geringe Asphaltanteile, als wir bei Coconuco auf die Ruta 24 abbogen, die unmittelbar durch den Nationalpark Puracé führte und wirklich als „Bad Road” zu bezeichnen ist. Das Zurücklegen von dreißig Kilometer in einer Stunde verlangte uns einiges ab. Als Regen einsetzte, hatten wir es fast geschafft und erreichten den Campground La Cumbre Del Macizo in San Agustín.

Höhepunkte der Strecke waren die Ausblicke in bewirtschaftete Hochebenen und die wohl kleinste Palme der Welt. Ist aber nicht richtig. Die wie Palmen aussehenden Gewächse sind Riesenrosettenpflanzen, die in ca. 3.200 bis 4.000 Höhenmetern im Páramo wachsen, einem moorartigen Untergrund.

19. April 2019.

La Cumbre Del Macizo in San Agustín ist ein zu empfehlender Platz, um den „Archäologischen Park” zu besuchen. Wie gesagt, Platz ist in Ordnung, wenn eine kalte Dusche nicht stört. Das Personal war jedoch weit entfernt von dem familiären „Aufgehoben sein” im Campground La Bonanza in der Nähe von Silvia.

Es ist Karfreitag und wir schlenderten durch San Agustín. Am Marktplatz bekamen wir die Vorbereitungen zur Prozession mit. Wir aßen eine noch Kleinigkeit und gingen zurück zum Campground.

20. April 2019.

Der Ostersamstag sollte den archäologischen Stätten gehören. Bis heute ist man sich noch nicht einig, welcher präkolumbischen Kultur die Zeremonialhügel und Gräber zuzuordnen sind. Interessant sind die über große Flächen verteilten Megalithischen Tempel schon, obwohl die Maya-Tempel durch ihre Größe bei uns mehr Bewunderung hervorgerufen hatten. Die Stätte wurde erstmalig 1913 von dem deutschen Archäologen Konrad Theodor Preuß wissenschaftlich erforscht. Man sollte zur Besichtigung der Grabskulpturen nicht wie wir einen Feiertag wählen. Die überwiegend kolumbianischen Besucher standen Selfie schießend vor den Grabskulpturen, die bei so wenig Ehrerweisung einem schnell wie übergroße Salzteigfiguren vorkommen.

18.-20. April 2019 · San Agustín · Huila · Kolumbien