NORDSÜDFAHRT · Panamericana

NORDSÜDFAHRT
Panamericana

Silvia
Cauca
Kolumbien

14. April 2019.

Büdchen und alte BMW vom zwar sicheren, jedoch nicht allzu komfortablen Parkplatz geholt. Nordwärts, zurück auf die Panamericana, hier die Ruta 25, bis zur Abzweigung nach Silvia. Finca La Bonanza „Chez KIKA” Campground, wunderschön in den Bergen gelegen, ist knapp fünfzig Kilometer von Popayán entfernt und bietet alles, was sich Overlander wünschen. Herauszuheben ist die Gastfamilie Kika und Anouar mit den Kindern Meissa, Maya und Mehoi. Bei ihnen handelt es sich um marokkanische Staatsbürger, die trotz guter Positionen in ihrem Land vor Jahren aufbrachen, um mit einem Wohnmobil Südamerika zu bereisen. Das taten sie dreieinhalb Jahre lang, zum Teil begleitet von einem Fernsehteam. Man sollte wissen, dass solche Reisen für Marokkaner eher ungewöhnlich sind und sie die ersten waren, die als Botschafter ihres Landes dies taten. Wir konnten uns nun daran erfreuen. Man verliebte sich in diesen Teil Kolumbiens und wurde mit Erwerb des schönen Areals sesshaft. Wir wurden sehr warmherzig aufgenommen.

15. April 2019.

Der schöne Platz und ein Wurf junger Hunde ließen Rita und mich den ersten Tag den Campground genießen. Ein paar Tage später gestand mir Rita, dass sie während des Aufenthaltes oft über das Mitnehmen eines der Welpen nachgedacht hatte.

16. April 2019.

Dienstags machten wir uns mit Kika auf den Weg zum bekannten Indigenen Markt nach Silvia. Silvia im Departamento del Cauca ist von indigenen Reservationen umgeben. Kizgo, Nasa, Ambalo und die durch ihre blauschwarze Tracht, bei der Blau den Kosmos und Schwarz die Mutter Erde symbolisiert, sehr präsenten Indigenen vom Volk der Guambianos machen den Dienstagsmarkt für Einheimische und Touristen sehenswert. Zuerst wurde auf dem Markt eingekauft, um es uns im Nachgang bei einem Trucha-Essen (Forelle) gut gehen zu lassen. Der Tag klang auf der Terrasse unserer Gastfamilie bei einem Glas Rotwein gemütlich aus.

17. April 2019.

Am Mittwoch wollten Rita und ich nochmals nach Silvia, diesmal zu Fuß durch die einmalig schöne Landschaft der Indios. Einen Guide hatten wir tags zuvor gefunden und so starteten wir morgens früh die Wanderung. Wir konnten nicht wissen, dass unser Guide zuletzt vor zwanzig Jahren diese Strecke begangen hatte. Es setzte sich fort, was seit Reisebeginn immer wieder eintrat. Falsche Wahl des Guides. Nach nur zweihundert Metern, Regen und Gewitter der letzten Tage hatten den Boden aufgeweicht, lag ich rücklings auf meinem Rucksack. Unser Guide lachte, meine Kamera ging dabei defekt und mir schwoll der Kamm. Weiter querfeldein über Weiden und Wiesen, rauf und runter. Der erste Bach wurde überquert, der zweite folgte und beim dritten war es so weit. Ich lag komplett im Wasser. Alles war nass, Klamotten und die zum Wechseln im Rucksack auch. Was blieb, war ausziehen und die folgenden drei Stunden in Regenjacke und Regenhose zu Ende zu laufen. Wohlgemerkt, nur in Regenjacke und Regenhose.

Bevor es weiterging, passierte noch folgendes. Das wiederholte Lachen des Guides in dieser Situation veranlasste mich, ganz nah an ihn heranzutreten. Da hatte er wohl verstanden, das weiteres Lachen für ihn Konsequenzen haben würde. Ich sprach in breitestem Kölsch Dinge zu ihm, die ich hier nicht wiederholen möchte. Durch starkes Rappeln an der Kamera konnte ich glücklicherweise noch ein paar Fotos machen, bevor etwa eine halbe Stunde vor Silvia Regen einsetzte.

Etwas schmallippig fuhren wir danach mit dem Bus zum Campground. Die schlechte Stimmung übertrug sich auch auf Rita und mich und so ging zusätzlich zum allabendlichen Gewitter ein zweites Gewitter zwischen uns nieder.

14.-17. Mai 2019 · Silvia · Cauca · Kolumbien