NORDSÜDFAHRT · Panamericana

NORDSÜDFAHRT
Panamericana

Popayán
Cauca
Kolumbien

11. April 2019.

Nach vier Tagen Salento ging es heute nach Popayán. Zunächst begleitete uns Viehwirtschaft, die auf den letzten hundert Kilometern durch Zuckerrohrplantagen abgelöst wurde. Popayán, Hauptstadt des Departamento del Cauca, 300.000 Einwohner, Universitätsstadt und an der Panamericana gelegen. Im Zeitalter der spanischen Kolonisation Lateinamerikas war Popayán eine der wichtigsten Städte auf der Nord-Süd-Verbindung Quito-Cali-Cartagena. Die Karwoche, hier Semana Santa genannt, sind die aufwendigsten und bekanntesten Feierlichkeiten zum Osterfest in ganz Südamerika. In der historischen Altstadt von Popayán sind beinahe alle Gebäude weiß gestrichen. Schafft eine eigene Atmosphäre. Weiße Stadt – Ciudad Blanco. Aus geologischer Sicht sei erwähnt, dass die parallel laufenden drei Anden-Kordilleren hinter der Stadt nach Süden hin zusammen laufen. Die Erdbebengefahr ist latent vorhanden, so forderte das Beben in der Karwoche 1983 über zweihundert Tote und Verletzte.

12. und 13. April 2019.

Ein kleines Hotel in der Altstadt war Ausgangspunkt für unsere Exkursionen, die sich auf den historischen Teil beschränken sollten. Die sich leider seit unserem Eintritt nach Lateinamerika verschlechternde Lage in vielen Staaten dieses Kontinents verschonte auch Kolumbien nicht. Der Konflikt an der Grenze zu Venezuela, welcher sich am Rande eines Bürgerkrieges bewegt oder die Blockaden der indigenen Bevölkerung von Cali bis zur ecuadorianischen Grenze zeigen dies sehr massiv.

Theo und Sabine, die sich mit ihrem Wohnmobil nicht weit von einem Bombenanschlag befanden, sendeten uns eine Mail, dass sie zurück nach Deutschland fahren würden und die Reise in zwei Jahren fortführen wollten. Verständlich, waren doch Tote und Verletzte zu beklagen. Kurz bevor wir in Popayán ankamen, hatte man sich laut Pressemitteilung bei Gesprächen zwischen Regierung und indigenen Organisationen geeinigt. So war es uns erst möglich geworden, in die Stadt zu gelangen.

Die auf den weißen Fassaden der Häuser fast wie Kunstwerke aussehende Farbreste, entstanden durch geworfene Farbbeutel bei den vorangegangenen Auseinandersetzungen, wurden eilig überpinselt, standen doch die Osterfeierlichkeiten an, die begleitet von Prozessionen schöne Bilder in den spanisch sprechenden Teil der Welt senden sollten. Bei Proben hierfür konnte ich das Trifolium von Polizei, Kirche und Militär ablichten, welches so gar keinen frohen Eindruck hinterließ.

Unsere Aussage dazu, man möge es uns nicht übel nehmen, ist folgende. Der praktizierte christliche Glaube im Rheinland ist unseres Erachtens näher an den Bedürfnissen der Menschen und an die Natur angelehnt, als dies hier der Fall sein dürfte. Abschließend sei gesagt, das Popayán auf jeden Fall Teil einer Kolumbienreise sein sollte.

11.-13. April 2019 · Popayán · Cauca · Kolumbien