NORDSÜDFAHRT · Panamericana

NORDSÜDFAHRT
Panamericana

Gobernador Gregores
Argentinien

30. August 2019.

Alternativlos ist die Ruta 40 von Perito Moreno aus, möchte man auf argentinischer Seite parallel zum Hauptkamm der Anden Richtung Süden. Die Pampa zeigte sich zuerst hügelig und wies noch einige Schneereste auf. Bei der Weiterfahrt verschwand langsam der Schnee und man sah auf den Felsen ein mineralisches Farbenspiel fast wie bei einem Regenbogen. Schon auf der chilenischer Seite, beim Befahren der Carretera Austral, war das eingezäunt sein der Landschaft auffällig. Nun gab es kaum noch Lücken. Weidezäune soweit das Auge reicht.

Wir haben noch nicht erwähnt, dass die alte BMW auf ihren Einsatz warten musste, doch starker Wind auf der Ruta Nacional 40 hatte uns dazu bewogen, sie noch nicht zum Einsatz kommen zu lassen. Langsam fuhren wir durch immer flacher werdende Steppe. Die Sonne schien, aber anhaltender Wind riss einem so manches mal beim Verlassen von Büdchen die Türe aus der Hand. Einige beschreiben diesen Teil der argentinischen Provinz Santa Cruz als öde und eintönig, was wir so nicht unterschreiben können. Bei guter Sicht begleiteten uns rechts der Ruta 40 die schneebedeckten Gipfel der Anden und wen das nicht fasziniert, ist selbst schuld.

Zur Tierwelt. Kleine Lagunen überraschten mit Flamingos, Magellan-Gänsepärchen stolzierten durchs Steppengras und Gruppen von Nandus – flugunfähige straußenähnliche Laufvögel – zeigten sich wenn Buschwerk vorhanden war. Wir konnten die Nandus kaum fotografieren, sind sie doch sehr scheu und schnell unterwegs. Hauptaugenmerk bekamen die in größeren Herden lebenden Guanakos. Für uns die mit den Vikunjas zusammen schönsten und elegantesten Neuweltkamele. Ein, zwei Guanakos passen bei Nahrungsaufnahme auf den Rest der Herde auf. So war es auch, wenn Büdchen sich näherte. Guanakos sind wie die meisten Herdentiere – Fluchttiere – und nehmen Reißaus. Leider sahen wir des öfteren Knochen- und Fellreste über die bereits erwähnten Weide-Einzäunungen hängen, die ihren Ursprung im Fluchtverhalten der Guanakos haben. Ist der Fluchtsprung über das Hindernis nicht gelungen, ist die Folge ein Verdursten und Verhungern des Tieres oder ein Puma ist nicht weit.

Übernachtet werden sollte ursprünglich in der Estancia La Angostura und zwar im Büdchen. Erreichten die Estancia die etwas abseits des Weges gelegen ist. Problem, Winterzeit, geschlossen. Wir sollten über Feldwege am Fluss entlang ca. 45 Kilometer bis Cobernador Gregores fahren, dort hätten Hostals auch im Winter geöffnet. Gastfreundschaft ist anders! Die eineinhalbstündige Fahrt war landschaftlich toll, nur Büdchen musste mit der Last von 250 Kilo am Heck wie ein rohes Ei manövriert werden. Übernachtet haben wir schließlich in der Hosteria Kaiken Gregores.

30. August 2019 · Gobernador Gregores · Argentinien