NORDSÜDFAHRT · Panamericana

NORDSÜDFAHRT

San Francisco
Kalifornien
USA

10. Oktober 2018. Das Städtchen Fort Bragg zeigte sich am nächsten Tag mit einem netten Stadtzentrum und einer Eisenbahnvergangenheit, die wir noch festhielten, bevor wir die Road No. 1 wieder unter die Räder nahmen. Diese Road No. 1, die fast an der Abbruchkante zum Pazifik entlang führt, bescherte uns bis San Francisco alles, was man über diese Strecke gehört bzw. gelesen hatte. Und so passierte es auch, dass der Eintritt nach San Francisco über die „Golden Gate Bridge” im Dunkeln erfolgte.

Ankunft in San Francisco. Es war wie bereits erwähnt dunkel. In die Stadt ging es über die Golden Gate Bridge und Rita übernahm die Führung, hatte Sie doch Navigationsfunktion auf Ihrem Smartphone. Wir hatten für vier Tage ein Hotel gebucht im „Civil Center” - Veedel Mitte/West. An der Rezeption war man über „Büdchen” erstaunt. Von wegen Höhe und Parkplatz, sagte aber gleich, dass die Gegend nicht geeignet sei, um auf der Straße zu parken, ohne alle Sachen auszuräumen – Alle! Man hätte zum Glück noch einen Parkplatz passend für Büdchens Höhe. Ich war todmüde, durchgefroren und genervt, als ich zum Büdchen blickte und sah, dass schon zwei Interessenten durch Büdchens Fenster Inventur machten. Der Angestellte vom Hotel hatte wahrscheinlich in früheren Jahren Airlines auf dem Flughafen von San Francisco zur Halteposition dirigiert, aber was der Dirigent mir hier anzeigen wollte, hätte noch nicht mal zu Mozarts kleiner Nachtmusik gereicht. Es passierte, was passieren musste. Büdchen klemmte – zwar leicht, aber immerhin – unter einer Versorgungsleitung fest. Das war's. Grund genug, um die Reservierung des Hotels zu canceln. Jetzt standen wir abends ohne Hotel in San Francisco. Nach einigen Nachfragen und Suche doch noch geschafft. Haiyi Hotel, Mitglied in der Best Western Familie, nicht weit von Market Street im Veedel Sona (Mitte/West). Vier Übernachtungen, drei Tage. Eigentlich für diese fantastische und viel besungene Stadt zu wenig.

San Francisco. Entdeckt durch die Spanier. Ende des 18. Jahrhunderts von Briten und hier auch wieder durch den Forscher George Vancouver, als Niederlassung vermerkt und gegründet. Heute hat San Francisco etwa 900.000 Einwohner, dies betrifft das Stadtgebiet. Nimmt man den Speckgürtel, der sich weit um die Perle am Pazifik legt, noch dazu, dürfte die Einwohnerzahl der Region schnell in die zwei Millionen steigen. Außergewöhnlich ist die Nähe zur San-Andreas-Verwerfung, die Erdbeben in der Zukunft nicht nur möglich macht, sondern sehr wahrscheinlich werden lässt. 1906 hat ein solches Erdbeben ⅔ der Stadt in Schutt und Asche gelegt und durch Folgewirkungen wie Brände haben damals dreitausend Menschen ihr Leben verloren. Trotz dieser stetigen Bedrohung strahlte diese Stadt, auch durch die Lage an der nördlichen Spitze der San-Francisco-Halbinsel, eine Faszination aus, die überall spürbar ist.

11. Oktober 2018. „Los Latschos”, so nennen wir uns selbst, wenn wir eine Stadt besichtigen, da wir meistens zu faul sind, um das Nahverkehrssystem zu verstehen oder uns anzueignen. Gilt übrigens auch für die KVB - Kölner Verkehrsbetriebe. Folge: Laufen, laufen, laufen. Vom Hotel Richtung San Francisco Bay, unter der San Francisco Oakland Bay Bridge her, am Ufer entlang über Embarcardero bis Fisherman's Wharf - sehr touristisch. Wir erreichten den Telegraph Hill, der früher den Kaufleuten die Ankunft von Schiffen signalisierte. Heute Standort des „Coit Tower”, der im Jahr 1933 als Denkmal für die Feuerwehrleute errichtet wurde. 1957 spendierte die Stadt Genua dem Hügel ein Standbild von Christopher Columbus. Auf dem Weg zu diesem eindrucksvollen Aussichtspunkt kommt man an vielen wunderschön gepflegten victorianischen Holzhäusern vorbei, bis man oben den 360°-Blick über San Francisco hat. Startet man bei Golden Gate rechts herum, folgen Alcatraz, Fisherman's Wharf und es geht über die Kai und Promenadeanlagen bis zur Bay Bridge. Im Uhrzeigersinn wandert der Blick über Downtown San Francisco, bis der Rundblick sein Ende und Anfang am Pazifik und der Golden Gate Bridge findet.

Den Hügel abwärts geht es auf der anderen Seite, immer mit Blick auf Downtown, Columbus Tower und Transamerica Pyramid. Wir durchqueren den Financial District und erreichen über Union Square das Hotel. Seit Start der Reise ist Essen oft mehr ein Versorgen des Körpers, nicht ein Genuss, das sollte sich heute Abend ändern. War auch so. Hier die Adresse für Freunde italienischer Küche.

Restaurant Fino in San Francisco

FINO RISTORANTE

Kalifornien, USA

  • Hotel Andrews | Restaurant Fino
  • 624 Post Street
  • San Francisco, CA 94109

12. Oktober 2018. Starthilfe für die alte BMW, Heizjacke und Zusatzscheinwerfer sei Dank – auch eine Motorradbatterie ist endlich. Wir wollen heute nochmals über das absolute Wahrzeichen der Stadt fahren. Wolkenloser blauer Himmel war uns beschieden und so ging es über die Golden Gate Bridge”. Postkartenansicht. Auf dem Rückweg wollte ich Rita das Viertel zeigen, dass 1967 mit „Summer of Love” den Startschuss gab für so manche gesellschaftliche Veränderung weltweit.

Fazit. Man kann nichts konservieren. Man kann, aber das ist, warum es gehen sollte, weiterentwickeln und auf Gutem aufbauen. Da wäre der Mut zur Veränderung und die Musik dieser Epoche zu erwähnen. Viele Sachen bleiben ja zum Glück gleich – das Rad wurde auch nur einmal erfunden – reicht ja auch. Streifen noch den Golden Gate Park, der eigentlich mindestens einen Tag benötigen würde und sind, als wir zurück im Hotel sind, „fädich för hück”.

13. Oktober 2018. „Los Latschos”, die Zweite. Vom Hotel Market Street über Union Square, Financial District - ruhig am Wochenende - nach Chinatown. San Franciscos Chinatown ist die älteste in Nordamerika und die größte chinesische Enklave außerhalb Asiens. Speiseangebote konnten uns nicht ganz überzeugen und so landeten wir in Little Italy im Bereich Columbus Avenue. Hier zwei Adressen.

Betty Lou's

BETTY LOU'S SEAFOOD & GRILL

Kalifornien, USA

  • Betty Lou's Seafood & Grill
  • 318 Columbus Avenue
  • San Francisco, CA 94133
Caffe Trieste

CAFFE TRIESTE

Kalifornien, USA

  • Caffe Trieste
  • 601 Vallejo Street
  • San Francisco, CA 94133

Das doch hügelige Auf und Ab hatte uns müde gemacht und morgen sollte es ja weiter gehen Richtung Osten.

Noch ein Fazit. Tolle, fantastische Stadt, wie immer viel zu wenig Zeit und nur ein paar Prozent gesehen. Leider auch hier die Kehrseite. Vancouver war schon, was Obdachlosigkeit und Drogenabhängigkeit betrifft, schlimm. San Francisco setzt leider nochmals andere Maßstäbe. Im Bereich unserer Übernachtung Market Street/Missions Street, Viertel Civil Center/SOMA ist dieses Problem so groß, das man als Unvorbereiteter die Bilder dieser Armut und Verwahrlosung kaum beschreiben kann. Leider.

10.-13. Oktober 2018 · San Francisco · Kalifornien · USA