NORDSÜDFAHRT · Panamericana

NORDSÜDFAHRT
Panamericana

San Pedro de Atacama
Chile

16. bis 18. Juli 2019.

Grenzwechsel nach Chile bedeutete, alte BMW GS auf Büdchens Rücken. Wäre auch ohne Grenzwechsel erfolgt, da die alte BMW nach den Torturen der letzten zwei Tage nicht anspringen wollte. Irgendwie verständlich.

Grenzkontrolle Bolivien.Wie, Sie haben nur ein Permit und zwei Fahrzeuge?“ Wir lieben es! „Ja, das Motorrad steht aber mit auf dem Permit des VW-Busses.“ „So geht das aber nicht!“ Für uns ein Segen, einer der Zöllner dachte nach und meinte zu seinem Kollegen: „Wenn die eingereist sind, müssen wir sie auch wieder ausreisen lassen.“ Was für eine kognitive Leistung. Nach sieben gefahrenen Kilometern über das Altiplano gelangten wir zur chilenischen Grenze. Fünfzehn Minuten später rollten wir vom Hochland abwärts zum Tor der Atacama-Wüste nach „San Pedro de Atacama“. Einen freundlicheren Grenzübertritt hatten wir noch nicht erlebt. Danke dafür an das chilenische Grenzpersonal.

Im Vorfeld, nach den bitterkalten Nächten auf dem Altiplano, hatten wir im Hostel „Rent a House" in San Pedro de Atacama gebucht. Parkplatz vorhanden, Cabin ganz nett, nur die bei der Buchung erwähnte Heizung versagte in der ersten Nacht ihren Dienst und in den darauf folgenden Nächten hatte sie Kurzarbeit angemeldet. Über 2.000 Höhenmeter waren wir zwar vom Altiplano heruntergefahren und befanden uns jetzt auf 2.500 Meter über Meeresspiegel, aber wie bereits erwähnt, die kältesten Monate in diesem Teil der Erde lassen die Nächte frostig werden.

Die Atacama-Wüste ist die trockenste Wüste der Welt und erstreckt sich über 1.200 Kilometer an der südamerikanischen Pazifikküste entlang, dabei liegt ihre Breite im Mittel bei 160 Kilometern. Die Anden im Osten schirmen die Atacama komplett ab von der aufsteigenden Feuchtigkeit der Tiefebenen von Nord-Argentinien und Paraguay. Wirtschaftlich gesehen ist die Atacama das Rückgrat Chiles. 40 % der weltweiten Kupfervorkommen findet man hier, sowie Silber, Lithium und Gold, um nur einige der wichtigsten Metalle zu nennen. Alle diese Metalle werden in der Atacama seit Jahrzehnten abgebaut. Wir durchfuhren die Atacama zuerst in Ost/West-Richtung – San Pedro de Atacama nach Antofagasta – und anschließend in Nord/Süd-Richtung – Antofagasta nach La Serena. Wir wählten La Serena als südlichsten Punkt der Atacama-Wüste, geht die Atacama weiter südlich doch mehr und mehr in eine Steppenlandschaft über. Die gesamte Wirtschaftsleistung im Norden Chiles fokussiert sich auf das Betreiben von Minen. Dazu gehört die hierzu benötigte Infrastruktur wie Verkehrswege für den Abtransport per Truck oder Eisenbahn, Häfen und ihre Anlagen an den Küsten und Zulieferungsbetriebe die Sorge tragen, dass der Abbau nicht ins Stocken gerät. Nicht vorstellbar, was passieren wird, wenn die Vorkommen einmal erschöpft sein werden.

Zurück zu unserem Aufenthalt in San Pedro de Atacama. Wir reduzierten während der Zeit hier unsere Aktivitäten, sind wir doch seit dreizehn Monaten schon unterwegs und wie mehrmals gesagt nicht mehr um die Dreißig. San Pedro de Atacama liegt wie eine Oase in der Atacama-Wüste. Es ist ein Touristenstädtchen durch und durch und wird überwiegend von jungen Backpackern bevölkert. Möglich, dass uns San Pedro de Atacama nochmal wiedersieht. Dann könnten wir den Besuch des Valle de la Luna oder die spektakulären Ausflüge rund um den Ort nachholen.

16. bis 18. Juli 2019 · San Pedro de Atacama · Chile