NORDSÜDFAHRT · Panamericana

NORDSÜDFAHRT
Panamericana

Villa Mar
Bolivien

14. Juli 2019.

Unsere BMW stand am Sonntag zur Abfahrt bereit, wollte aber nicht anspringen, als hätte sie geahnt, was die nächsten zwei Tage auf sie zukommen sollte. Unerwartet sprang sie dann doch an und der Weg zu Tankstelle konnte erfolgen. In Bolivien hat der Besuch einer Tankstelle etwas ganz besonderes, gibt es doch zwei Preise für das wichtige Gut Treibstoff. Einheimische zahlen in der Regel vier Bolivianos, Ausländer/Touristen etwa das Doppelte. Erklärung: Der Spritpreis wird vom Staat subventioniert und da die Subvention nicht zu hoch ausfallen soll, werden Ausländer/Touristen durch ihren Mehrbetrag daran beteiligt. Dies wird festgehalten durch das Notieren der Pass-Nummer und des Nummernschildes. So sollte es sein.

Praxis:Brauchen sie eine Faktura/Rechnung?“ „Nein, nicht unbedingt.“ „Macht sechs Bolivianos ohne Faktura.“ „Si, si.“ Neudeutsch, ein „Win-Win“ Ergebnis. Wir machten es immer so, auch heute zum Start der Laguna-Route.

Bis San Cristóbal in Bolivien war die Strecke teil-asphaltiert und bot die letzte Möglichkeit, bis San Pedro de Atacama – etwa 400 Kilometer – noch einmal unsere Tanks zu befüllen. Von San Cristóbal bis Alota fehlte zwar der Asphalt, aber die Strecke war gewalzt und gut befahrbar. Ab Alota ging es südwärts, bedeutete gleichzeitig offroadartige Piste. Mehrere Kommentare im Netz von Motorradfahrern hatte ich gelesen und nicht ganz verstanden, dass man von Alota bis Villa Mar bei einer Streckenlänge von 49 Kilometern drei Stunden benötigen soll. Ich wurde eines Besseren belehrt. Nach zweieinhalb Stunden waren ich und die alte BMW sehr stolz, Villa Mar erreicht zu haben. Für alle Nicht-Motorradfahrer, das Befahren einer sandkastenähnlichen Strecke beinhaltet Neustarts nach unfreiwilligem Absteigen und stehend Fahrten über längere Zeiträume. Büdchen und alte GS waren die einzigen Privat-Fahrzeuge auf der Route von Alota bis zur bolivianisch-chilenischen Grenze – ca. 240 Kilometer. Erreichten vor Sonnenuntergang Villa Mar und hatten das Glück, nachdem das einzige Hostel ausgebucht war, noch Platz in einer privaten Unterkunft zu bekommen. Wir waren rechtschaffen müde, bewegte man sich meistens auf der Laguna-Route zwischen 4.000 und 4.800 Höhenmetern. Temperaturen weit unter null in der Nacht sind nichts Außergewöhnliches.

14. Juli 2019 · Villa Mar · Bolivien