NORDSÜDFAHRT · Panamericana

NORDSÜDFAHRT
Panamericana

Tok
Alaska
USA

31. Juli 2018. Wir überqueren am nächsten Morgen in Dawson City den Yukon per Fähre, um den „Top of the World Highway” in Richtung USA zu nehmen. Die zum Teil geteerte einhundertsechs Kilometer bis zur US-Grenze verlaufende hochalpine Straße ist wahrhaftig als traumhaft zu bezeichnen. Kurz vor der Grenze macht uns ein kapitaler Karibuhirsch seine Aufwartung und stolziert einige Zeit vor uns her, ohne sich um uns zu kümmern.

Alaska. Wir hatten viel über die Grenzformalitäten in die USA gehört. Alles ausräumen, deklarieren, Lebensmittelkontrolle und dergleichen - „Hi, how are you?”, Passkontrolle, „Enjoy your trip over our country and take care”, das war's.

Unerwünschter Zwischenfall. Es geht Richtung Tal auf einer neuen Asphaltdecke, von der der Nürburgring träumen würde, aber ob es zwanzig Kilometer waren, will ich hier bezweifeln. Dann kam die Schotterpiste, hier Gravel Road genannt. Nach ein paar Kilometern im Tal dann, an einem kleinen Fluss mit erhöhter Mosquitopopulation, blieb meine geliebte alte BMW stehen. Da ging nichts mehr. Das, was ich als Amateurschrauber so drauf habe, war zwar mit Ausbreiten sämtlicher Werkzeuge noch nicht alles, aber nach einiger Zeit kapitulierte ich. Einige vorbeifahrende Amerikaner stiegen aus und brachten ihr Wissen mit ein. Aber auch das reichte nicht, um der BMW wieder Leben einzuhauchen. Aber wir haben ja unser Büdchen und das Büdchen hat einen Heckträger. Ich verschone Sie mit den Kommentaren meiner Frau. Das Netteste war noch: „Wer auf die Idee kommt, eine solche Reise mit zwei Fahrzeugen zu starten” und so weiter und so weiter.

Gemeinsam brachten wir die alte BMW nach diversen Umbauzeiten und der Hilfe eines netten Amerikaners auf den Heckträger und waren völlig in Schweiß gebadet, zerstochen und fertig, sahen aber nach einer guten Stunde Arbeit Licht am Ende des Tunnels. Die folgende schöne Natur nehmen wir nur noch sequenziell wahr. Tanken in Chicken und dann nach weiteren einhundertsechzig Kilometern der Ort Tok, wieder auf dem Alaska Highway.

Eins möchte ich an dieser Stelle noch loswerden. Als wir im Busch, so sagt man hier, die Panne hatten, fuhr ein froschgrüner, mit Berliner Kennzeichen versehener alter Mercedes-Kastenwagen vorbei, mit zwei glotzenden Insassen, die wir zwei Tage zuvor im „Caribou Campground” bei Whitehorse begrüßt hatten. Wir wünschen euch in der Einöde Alaskas einen Reifenschaden und einen Ersatzreifen, der Luft verliert. Ich habe mir gerade Luft gemacht!

31. Juli 2018 · Tok · Alaska