NORDSÜDFAHRT · Panamericana

NORDSÜDFAHRT
Panamericana

La Paz
Bolivien

6. Juli 2019.

Fährt man von Copacabana Richtung Süden, verläuft die Strecke über ein paar Serpentinen weiter in die Höhe. Das Altiplano, ein zwischen den Gebirgsketten der West- und Ost-Anden eingeschlossenes Hochplateau erstreckt sich von Südperu über Bolivien bis nach Nordchile und Nord Argentinien. Die Höhe ist ein Teil der Herausforderung, bewegt man sich durchgehend zwischen 3.000 und 4.000 Höhenmetern. Oben angekommen hatten wir einen wunderbaren Blick auf den südlichen Teil des Titicacasees, sowohl zu unserer rechten als auch zu unserer linken Seite. Im Prinzip befanden wir uns auf einer Landzunge, die Richtung La Paz führt. Bevor wir am Ende der Landzunge auf einer einfachen Holzfähre die Seeenge von Tiquina meisterten, es geht nur vorwärts auf diesen einfachen Holzfähren und rückwärts runter. Während der Überfahrt sahen wir links die weißen Berggipfel der Cordillera Real in der Sonne glänzen.

Nach überstandenem Übersetzen ging es unspektakulär auf der Carretera Nacional 2 weiter. Bei einer Wahlveranstaltung in einem kleinen Ort an der Strecke, wo jeder Teilnehmer in Tracht gehüllt war, entstanden Bilder, als wenn ein Malkasten explodiert wäre. Im weiteren Verlauf wurde die Carretera Nacional 2 zweispurig und wir erreichten das Gewusel von El Alto am Rande von La Paz und hatten es geschafft. La Paz war erreicht. In einem von Bergen umgebenen Kessel liegt die Stadt, die Regierungssitz von Boliviens ist, jedoch nicht Hauptstadt. Das ist Sucre im Südosten des Landes. Die Höhenunterschiede in dieser Stadt sind immens, vom Talkessel/Zentrum bis hinauf zum Altiplano fast 1.000 Höhenmeter.

7. Juli 2019.

Unsere Hostel Tinka ist eine Empfehlung wert. Lage direkt im Zentrum und was es trotz nächtlicher Kälte in normalen Unterkünften in Peru und Bolivien kaum gibt, jedes Zimmer verfügt über eine Elektro-Heizung. Zu dieser Jahreszeit Luxus pur.

Es ist Sonntag und wir landeten nach einer Gondel-Tour auf der Avenida Mariscal Santa Cruz, der Flanier-Meile von La Paz. Hier noch etwas Erwähnenswertes, bevor wir uns ins volksfestartige Treiben stürzten. Wir wollen nicht politisch werden, doch sollte einer der ersten frei gewählten indigenen Presidenten Evo Morales für die Installation der Seilbahn von La Paz Mitverantwortung tragen, so hätte er hierfür ein Dankeschön verdient. Einweihung war Mai 2014. Die Konstruktion der Gesamtanlage wurde durch die österreichische Firma Doppelmeyer vorgenommen und umgesetzt, ist den Meisten von uns aus dem Skiurlaub ja bekannt. Bei der Nutzung kam manchmal das Gefühl auf, im Skiurlaub zu sein, sieht man aus der Gondel auf die schneebedeckten Berggipfel rund um. Das Fehlen von Skiern und Snowboards beim Aussteigen, bringt einen jedoch schnell in die Realität zurück. Wie schon erwähnt, unsere Gondeltour beendeten wir auf der Flanier-Meile von La Paz, die am heutigen Sonntag einiges zu bieten hatte. Kamera war oft im Einsatz.

8. Juli 2019.

Dienstag war Abreisetag, und so machten wir uns heute auf in die Strassen der Stadt. Einstimmige Meinung von uns, La Paz hätte einen längeren Aufenthalt verdient gehabt.

Abends nahm ich mir die Kamera und fuhr per Seilbahn nochmal hoch zum Rand des Talkessels. Auf dem Rückweg genoß ich zu Fuß den Blick auf die Stadt und Berge, nicht ohne zu erwähnen, dass mich der Weg zum größten Teil durch einfachste Bebauung führte. Nachzutragen wäre noch, dass wir am ersten Tag von einer Gondel-Station am Stadtrand einen tollen Blick auch auf die Märkte von „El Alto“ hatten, die, fasst man sie zusammen, zu den größten Märkten Lateinamerikas gezählt werden.

6. bis 8. Juli 2019 · La Paz · Bolivien