NORDSÜDFAHRT · Panamericana

NORDSÜDFAHRT
Panamericana

Cusco
Machu Picchu
Peru

22. Juni 2019.

Letzte Etappe bis Cusco. Nicht mehr allzu weit und das nächste große Ziel wurde bald erreicht. Hostal Saphi in Cusco, unweit des Plaza Armas. Erster Eindruck, bestimmt eine der schönsten Städte in Peru.

Hauptstadt des ehemaligen Inka-Reiches. Das Tal von Cusco war schon Jahrhunderte vor Gründung des Inka-Reiches besiedelt. Die Gründung durch die Inkas erfolgte erst um 1200 nach Christus. Die Legende sagt, dass das Geschwisterpaar Manco Capac und Mama Ocllo, von der Sonneninsel im Titicacasee, einer großen Prophezeiung des Sonnengottes folgten und am Platz des heutigen Cusco die Hauptstadt des Inka-Reiches gründeten. Vermutet wird, dass der ehemalige Grundriss der Stadt, als Vorlage den Körper eines Pumas zugrunde gelegt wurde. 1533 wurde die Stadt von Francisco Pizarro eingenommen und zum größten Teil geschliffen, damit Platz geschaffen wurde für die Paläste und Kirchen der Konquistadoren. Die Inkas belagerten drei Jahre später Cusco und zerstörten die Stadt ein weiteres Mal großflächig, bevor ein Erdbeben, um 1650, dies ein drittes Mal schaffte. Wie uns die Geschichte lehrt, werden große Städte immer wieder aufgebaut. Auf über 3.400 Höhenmeter ist Cusco heute, mit seinen 450.000 Einwohnern, das touristische Zentrum in den peruanischen Anden. Ausgangspunkt für viele Touren, wie beispielsweise die Tour ins Urubambatal, dem „Heiligen Tal der Inkas“.

23. Juni 2019.

Wir wussten nicht, aber der Zufall hatte es so gewollt, dass wir zum Fest der Wintersonnenwende der Südhalbkugel in Cusco waren. Name des Festes „Inti Raymi“, bedeutet „Fest der Sonne“. An diesem Sonntag und bitte nehmen Sie es uns ab, suchten wir nicht krampfhaft nach einer Verbindung zu unserer Heimatstadt Köln. Doch der hier durch die Stadt ziehende „Zoch“, mit kostümierten Gruppen, Musikkapellen und ja, wir sahen sogar Pappmaché-Köpfe und Mottowagen, erinnerte uns sehr an die Schull- un Veedelszöch zohuss. Wir wären viel länger am Zochwäch geblieben, hätte sich bei mir nicht wieder die Darmperistaltik gemeldet. Motto: „Dat Wasser von Südamerika es joot”.

24. Juni 2019.

Nein, es ist nicht Rosenmontag. Jedoch auf dem Plaza de Armas begannen ab 10.00 Uhr die Hauptfeierlichkeiten zum „Inti Raymi“. Frühes Erscheinen ist sinnvoll, ansonsten steht man in der dritten oder vierten Reihe. Kennt ja jeder vom Rosenmontagszug. Wir waren zufrieden, die Eröffnungsfeierlichkeiten am Plaza de Armas miterlebt zu haben. Die eigentliche Hauptzeremonie fand im Anschluss oberhalb von Cusco in Sacsayhuamán statt und muss Wochen vorher gebucht werden.

25. Juni 2019.

Inspektion bei Büdchen stand an. Fuhren zu VW-Cusco. VW-Cusco verfügt über keine eigene Werkstatt und so landeten wir in der gut geführten Vertragswerkstatt unseres Autobauers. Bis zum Abend wurde alles Besprochene erledigt inklusive eines neuen Ersatzreifens.

26. Juni 2019.

Wir sahen uns die Altstadt von Cusco näher an und entschieden dabei, angelockt durch die vielen Agenturen, „Machu Picchu“ zu besuchen. Gehört Machu Picchu doch zu den sieben Weltwundern der Neuzeit, wie gesagt wird.

27. Juni 2019.

Früh aufgestanden waren wir um 8.00 Uhr mit gepackten Rucksäcken pünktlich am Abfahrtstreffpunkt. Im Kleinbus fuhren wir zwei Stunden bis Ollantaytambo erreicht wurde. Von hier ging es nur noch per Zug durchs Tal der Inkas, immer entlang des Rio Urumbamba nach Aguas Calientes, dem Ort von wo aus man Machu Picchu erreicht. Die Fahrzeit beträgt ca. 1.40 Stunde, die einem weiß Gott nicht langweilig wird. Cusco liegt auf 3400 Höhenmeter. Aguas Calientes auf ca. 2000 Meter über Meeresspiegel. Bedeutet, vom Andenhochland geht es immer entlang des Rio Urumbamba in eine andere Klimazone und Landschaft. Machu Picchu liegt somit im Nebelwald, einer Vegetationsform zwischen Andenhochland und Amazonien. Beeindruckend. Aguas Calientes besteht aus Souvenirshops, Restaurants und Übernachtungsherbergen, müssen doch alle 3.000 Besucher hier durch, die maximal pro Tag Machu Picchu besuchen dürfen. Ausnahme bilden Diejenigen, welche über eine mehrtägige Wanderung - z.B. Inka Trail - sich dem UNESCO-Weltkulturerbe genähert haben.

28. Juni 2019.

Relativ früh, gegen 6.00 Uhr, brachen wir auf. Per Bus ging es den Berg aufwärts nach Machu Picchu. Was für ein Pech, regnete es seit Verlassen unserer Herberge in Strömen, um wie bestellt, beim Erreichen der „verlorenen Stadt“ aufzuhören. Was für ein Glück. Unsere Gruppe war klein und wir hatten einen netten Indigenen als Führer. Bei Ankunft sah man nichts von einer der wohl beeindruckendsten, baulichen Zeugnisse der Inkas. Dann bog man um die Ecke und trotz aufsteigendem Nebel waren wir sprachlos und blieben es auch für einige Zeit.

Tipp: Machu Picchu kann auch von Cusco als Tagestour gebucht werden, hat aber den großen Nachteil erst gegen 10.00 bis 11.00 Uhr die verlorene Stadt zu erreichen, wo sich die Besucher schon buchstäblich auf den Füßen stehen.

Machu Picchu wurde im Juli 1911 vom US-amerikanischen Archäologen Hiram Bingham zufällig entdeckt. Er befand sich seit Wochen im Tal des Rio Urumbamba, die von den Spaniern entdeckten Inka-Stätten zu erforschen. Ein Gespräch mit einem Einheimischen brachte ihn auf die Spur von Machu Picchu, was bis dahin hoch oben im Nebelwald überwuchert auf seine Entdeckung wartete. Die Spanier hatten den Ort nicht entdeckt, unter anderem weil die Inkas über keine geschriebene Sprache verfügten. So übermittelten Staffelläufer, wie bei den Griechen in der Antike, die Nachrichten. Sehr geheime Nachrichten wurden durch Textilstricke, in verschiedene Farben, Längen und zusätzlich mit Knoten versehen, übermittelt. Diese Art der Übermittlung wurde schon durch eine Fußtruppe beim Inti Raymi in Cusco den Besuchern vorgeführt.

Wir verließen, wegen steigender Besucherzahlen, gegen 12.00 Uhr das Areal. Im Anschluss genossen wir die Rückfahrt mit dem Zug durch das Tal der Inkas. Per Kleinbus erreichten wir kurz vor Dämmerung Cusco und somit unser Hostel.

29. Juni 2019.

Schnell verging der Tag in Cusco mit Einkaufen, Postkarten schreiben und der Vorbereitung auf die Streckenführung der nächsten Tage.

22. bis 29. Juni 2019 · Cusco · Machu Picchu · Peru