NORDSÜDFAHRT · Panamericana

NORDSÜDFAHRT
Panamericana

San Juan
Chimborazo
Ecuador

16. Mai 2019.

Wir verabschiedeten uns bei etwas Sonne vom Campground in Baños, der in der Nacht durch die anhaltend starken Regenfälle noch etwas Spektakuläres für uns bereithielt. Nur etwa zwanzig Meter vom Büdchen entfernt war ein Steinrutsch abgegangen, der, hätte er uns erwischt, der Reise oder vielleicht allem ein Ende gesetzt hätte.

Der Carretera E490 folgend ging es auf die Gebirgsstrecke nach Riobamba. Wieder so ein Ort, dessen Name klangvoller nicht sein könnte, bei der Durchfahrt aber keinen besonderen Eindruck hinterließ. Campground Finca Castillo de Altura in San Juan, nur zwanzig Kilometer vom Chimborazo Nationalpark entfernt, ist nicht nur wegen der Nähe zum Vulkan zu empfehlen. Wie wir meinen, volle Punktzahl.

17. Mai 2019.

Früh am Morgen ging es zum Chimborazo Nationalpark. Wir hatten Glück und konnten den Berg, der mehr ein Massiv ist, teilweise ohne Wolken bewundern.

Daten zum Chimborazo: Der Chimborazo ist ein inaktiver Schichtvulkan und von der Erdmitte aus höchster Punkt der Erde. Reale Höhe 6.267 Meter. Alexander von Humboldt erreichte beim Versuch der Besteigung im Jahre 1802 immerhin 5.600 Meter. Im Jahre 1880 war es dann der britische Bergsteiger Edward Whymper, der den Chimborazo als Erster bestieg. Ja, dieser Edward Whymper, der auch in Europa mit der Erstbesteigung des Matterhorns auf sich aufmerksam machte.

Spärlich bewachsene Hochebenen führten uns zur Bergstrecke, die bis auf 4.800 Meter per Fahrzeug befahren werden kann. Auf dem Weg dorthin sahen wir sie auch schon, sogenannte Neuweltkamele. Wir sahen zuerst Vikunjas in Rudelstärke, einige domestizierte Lamas und Alpakas. Guanakos sind mehr im Süden Südamerikas beheimatet, so wurde uns erklärt. Vikunjas und Guanakos sind durch ihren grazilen Wuchs und ihrem weichen Fell die Elegantesten der Neuweltkamele. Beide Spezies sind nicht domestiziert, also frei lebende Tiere. Nach unzähligen Fotos von diesen wunderschönen Tieren ging es hoch zur Hütte auf 4.800 Höhenmeter. Büdchen pumpte schon schwer und als wir es verließen, wir auch. Schweren Herzens verzichteten wir auf den zweihundert Meter Aufstieg zur Whymper Hütte, hatten wir doch unsere Erkältungen gerade hinter uns gebracht. Aufsteigender Nebel begleitete uns auf dem Weg zurück und brachte uns atmosphärisch in eine andere Bergwelt. Zufrieden konnten wir den Tag beenden. Ein Naturereignis besonderer Art hatten wir genossen und zusätzlich unterwegs zwei Fußbälle verschenken können.

18. Mai 2019.

Am Samstag legten wir einen Ruhetag ein. Es wurde Wäsche gewaschen und Text für den Panamericana Blog verfasst.

16.-18. Mai 2019 · San Juan · Chimborazo · Ecuador