NORDSÜDFAHRT · Panamericana

NORDSÜDFAHRT
Panamericana

Tarma
Peru

13. Juni 2019.

Morgens ging es zeitig auf der Carretera PE-22 hoch in die Anden. Auf der rechten Seite begleitete uns eine Eisenbahnlinie, die zuweilen unsere Straße per Brückenkonstruktion querte. Nicht alltäglich sind Eisenbahnstrecken in Südamerika, liegt vielleicht auch an der Topografie. Trifft man auf eine Strecke, so ist sie in aller Regel zum Abtransport von aus Minen stammenden Erzen gebaut worden. So auch hier.

Nicht nur der alten BMW GS merkte man die Reduktion des Sauerstoffanteils in der Luft an. Büdchen kämpfte auch, derweil die Berge den letzten Pflanzenbewuchs verloren. Der Pass Ticlio wurde erreicht. Auf 4.818 Höhenmeter war der Scheitelpunkt. Ein kleines Restaurant auf der Passhöhe nutzten wir für einen Imbiss, war uns doch etwas schwindelig geworden und eine Pause tat gut. Wir machten noch ein gemeinsames Foto mit den indigenen Köchinnen, danach wurde das Lokal geschlossen. Die Zeit des Mittagstisches war vorbei und Umsatz nicht mehr zu erwarten. Die Frage, ob wir sie mitnehmen könnten, wurde von uns bejaht und so fuhr Rita mit den beiden Köchinnen über den Scheitelpunkt talwärts. Mir blieb Zeit für ein paar Fotos auf der anderen Seite des Passes, die mich die großen Kupferminen der Region festhalten ließ.

In Morococha hatte ein chinesisches Konsortium eine Kupfermine übernommen. Alte Dörfer verschwanden. Man hatte an anderer Stelle ein Retortendorf erbaut, dass von vielen Bergbewohnern nicht angenommen wurde. Versprochene Abfindungen wurden nicht gezahlt und so sind auch hier Konflikte mit der Urbevölkerung vorprogrammiert.

Traf nach einiger Zeit auf der Strecke Rita wieder, die ihre Passagiere bereits abgesetzt hatte. Zusammen fuhren wir weiter bis nach Tarma, einer quirligen Andenstadt. „Hacienda la Florida” beherbergte uns. Im Innenhof der Hacienda fanden Büdchen und BMW GS Platz. Wir waren begeistert von den pittoresken Bildern, die das Anwesen für uns bereithielt. Klar, größere landwirtschaftliche Einheiten sind in der Hand von Weißen, in Peru haben sie meist spanische Vorfahren. Uns erfreute, dass die Señora, vor fast vierzig Jahren aus Deutschland stammend, hier ihren Lebensmittelpunkt hin verlegt hatte und wir so das ein oder andere Wort in unserer Muttersprache wechseln konnten. Die Chefin der Hazienda stammte aus der Oberpfalz, was man an so manchem Detail in der Hosteria merkte.

14. bis 16. Juni 2019.

Wir waren sehr froh, hier zu sein, weil mich eine starke Magen-Darm-Geschichte erwischt hatte, die bei dem Erreichen der Hazienda durchschlug. Kräutertee aus hauseigenem Garten, Hühnersuppe und der schöne Standort ließen mich nach drei Tagen genesen. Kurz vor der Abfahrt am Sonntag, den 16. Juni 2019, wurden noch ein paar Schnappschüsse gemacht, wobei das Objektiv der Kamera einen Bezug zu unserer Heimatstadt Köln fand. Eine mit Bierdeckeln dekorierte Wand im Essbereich der Hosteria der Hacienda gab unter anderem einiges unserer Kölner Traditionen auf Bierdeckeln wieder.

13.-16. Juni 2019 · Tarma · Peru